Diese umfassend und interdisziplinär angelegte Darstellung protestantischer Theologiegeschichte im deutschsprachigen Raum verbindet problemorientierte und historische Darstellung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2001
Endlich mal eine Rezension, in der ordentlich geschimpft wird. Und ein Rezensent, der sich mokiert über den Autor, einen systematischen Theologen aus Münster, der das Kunststück fertig bringt in seiner Geschichte der protestantischen Universitätstheologie "hinter dem Reflexionsniveau der damals geführten Debatten" zurückzubleiben, so Friedrich Wilhelm Graf. Damals, das war Ende des 19. Jahrhunderts, als die protestantischen Theologen sich dem Historismus öffneten, um nach Antworten auf die sich anbahnenden sozialen Krisen im Kaiserreich zu suchen. Aber Lessings Theologieprofessoren, spottet Graf, hatten weder eine politische Einstellung noch persönliche Interessen, kannten weder Juden noch Katholiken und hatten auch nie etwas von der Sozialdemokratie gehört. Sehe man allerdings von dem völlig ungeschichtlichen Denkansatz des Autors ab, so sei das Buch in sich höchst informativ, da es viele entlegene oder vergessene Werke diskutiert.
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