Punk
Roman

Piper Verlag, München 2024
ISBN
9783492072823
Gebunden, 208 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Karen sucht ein WG-Zimmer und landet in einer Band, von der nur der Name existiert. Mit PUNK wollen Lambert und Ezra beweisen, dass das immer noch geht: mit drei Akkorden ohne groß Aufhebens Musik machen und dabei eine coole Figur abgeben. Ein Wettbewerb steht an und Karen soll dem rauen Duo mit ihrer Kopfstimme intellektuellen Schliff verleihen. Lambert, klassischer Nerd, ist für technische Details zuständig, während der romantische Analogiker Ezra Original-Instrumente aus der Punk-Zeit beisteuert. Karen spielt keines davon, droht aber, mit ihrem Gefühlsüberschwang alles aus dem Konzept zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.10.2024
"Punk" ist Pop in Reinform, erklärt Rezensentin Marlies Müller: "Witzig und gewitzt", locker leichtfüßig erzählt, raffiniert gebaut, voller Gegenwart, voller Verweise - auf Literatur, auch die eigene, auf Kunst, und Musik natürlich, lobt sie, und auch die Figuren könnten popiger kaum sein: die toughe, versierte Karen und ein "rührend versobtes" Brüderpaar, die gemeinsam einen Schutzraum aufbauen, einen Freiraum des Lärms in mitten der vorherrschenden Gedämpftheit. Und dennoch dürfte dieser Roman auch jene interessieren, die mit Pop bisher nicht viel anfangen konnten, glaubt Müller, es gehe nämlich um mehr: Es geht um die Bedeutung der Kultur für eine Gesellschaft, und Kultur, so die überzeugte Rezensentin, ist alles andere als still!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2024
Rezensentin Erika Thomalla fühlt sich wohl in Eckhart Nickels neuem Roman. Der spielt in einer Welt, in der Musik verboten wurde, weil ein sonderbares Störgeräusch umgeht, stattdessen werden Menschen dazu angehalten, ihr Gemüt zu besänftigen und rundum achtsam zu sein. Widerstand formiert sich dagegen in einer WG, die aus den Brüdern Esra und Lambert sowie deren neue Mitbewohnerin Karen besteht. Gemeinsam gründen die drei auch ein klandestines Bandprojekt. Nickel spielt in seinem Buch eine vergangene Rebellion, die des Punk, gegen eine als gleichförmig empfundene Gegenwart der allseitigen Rücksichtnahme aus, aber darauf reduzieren lässt sich das Buch auch wieder nicht, meint die Rezensentin. Das liegt ihrer Ansicht nach vor allem daran, dass Nickel faszinierende Figuren kreiert. Gerade deren Sprache, in der es von nerdigem Fachvokabular, aber auch von Ausdrücken der gegenwärtigen Jugendsprache nur so wimmelt, hat es ihr angetan. Gern hätte sie noch mehr Zeit mit den drei verbracht, bekennt sie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 24.08.2024
Ein "Versteck gegen die Unkultur" wird in Eckhart Nickels neuem Roman errichtet, so Rezensent Jan Drees: In nicht allzu ferner Zukunft ist die Geschichte angesiedelt, die damit beginnt, dass eine verstörende Klangmauer das öffentliche Leben durcheinanderbringt. Dieser "weiße Lärm" begleitet die Zwillingsschwestern Kirsten und Karen mehrere Jahre, erfahren wir, sie ziehen in eine von Morrissey bis 500 Days of Summer geprägte Popintellektuellen-WG und gründen eine Band. Nickel macht in diesem Spiel mit Pop- und Punkgenres viele intertextuelle Bezüge auf, auch zu seinen eigenen Vorgängerbüchern, freut sich Drees: Hier kommen viele komplexe kulturelle Stränge zueinander und werden vom Autor aufregend und kunstvoll miteinander verknüpft.