Aus dem Englischen von Kevin Vennemann. Die erste Ausgabe des Magazins "n+1" war eine Sensation auf dem amerikanischen Zeitschriftenmarkt. In kurzen Reflexionen und Aufsätzen über Fitnessstudios, das Elend der permanenten Erreichbarkeit, über George W. Bush und die Krise der Philosophie kombinieren die Herausgeber um den Bestsellerautor Benjamin Kunkel ("Unentschlossen") philosophische Diskurse aus dem alten Europa respektlos und intelligent mit der angelsächsischen Erzähltradition. Mit ihrer ausgesprochen politischen Grundhaltung stellen sie sich in die Tradition großer linksintellektueller US-Zeitschriften wie der "Partisan Review" oder "The New Republic". "Ein Schritt weiter" versammelt die besten Beiträge aus den ersten fünf Nummern von "n+1".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.09.2008
Mit großer Freude hat Rezensent Jan Füchtjohann die Anthologie der New Yorker Zeitschrift "n+1" gelesen und vermutet hinter der Entschlossenheit und Intelligenz der kritischen Beiträge einen großen Willen zu Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Kultur, wenn nicht sogar die leisen Anzeichen "für eine neue kritische Theorie". Obwohl das Magazin in seiner halbjährig erscheinenden Print-Ausgabe durch den Verzicht auf Fotos etwas unzeitgemäß auftrete, könne sich "n+1" das durchaus leisten, gerade weil es neben Buch- und Filmbesprechungen, Gedichten und politischen Kommentaren durch seine zeitkritischen Essays hervorsteche, findet Füchtjohann. Den Machern Benjamin Kunkel, Keith Gessen, Mark Greif und Marco Roth sagt er nach, sie brächten den Aufruf zur enschlossenen Kritik ungezwungen und überzeugend rüber. "Denn eigentlich wird der Menge des Gesagten (n) hier nicht einfach nur etwas hinzugefügt (+1), sondern es wird einem das Gefühl gegeben, vieles neu zu verstehen" sinniert er erfreut über die metaphorische Aufschlüsselung des Titels. Die Beiträge, so Füchtjohann, stammen meist von Akademikern, die sich in einer "unbefriedigenden Anstellung im Hornbrillen-Proletariat" mit ihrer Lust auf Kritik allein gelassen fühlen. Unter anderem habe Autor Jonathan Franzen in der Zeitschrift ein zweites Zuhause gefunden, und fühle sich endlich nicht mehr "intellektuell allein gelassen in dieser Welt".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.07.2008
Vor Freude ganz aus dem Häuschen ist Ina Hartwig über diese Anthologie, die die besten Essays der noch jungen amerikanischen Zeitschrift "n+1" versammelt. Wobei ihre Begeisterung vornehmlich der Zeitschrift selbst gilt, für die sich die Ostküsten-Autoren Benjamin Kunkel, Keith Gessen, Mark Greif, Marco Roth und Elif Batuman zusammengetan haben, um die "intellektuelle Zeitschrift als Projekt" wiederzubeleben. Und was hat Hartwig nicht alles darin gefunden: das Lebensgefühl der Strukturalisten, Frankophilie, ernste Ironie, eine "spielerisch-kalte Intelligenz" und grandiose Essays, die nun in Buchform vorliege: Besonders preist sie Keith Gessens über die Folter, Mark Greifs über George Bush ("W") oder Benjamin Kunkels über den Roman. Aber was hat die Rezensentin dazu gebracht, Selbstgespräche zu führen?
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