Aus dem Georgischen von Katja Wolters . Ein Erdbeben erschüttert Nias Welt völlig. Der Riss in ihrem Haus ist ein Zeichen dafür, dass alles, was ihr lieb und teuer ist - ihre Familie, ihre Beziehungen und ihre Zukunft - zerstört wird. Nia ist allein, das Schicksal einer einsamen Kriegerin. Doch das Leben gibt ihr eine neue Chance: eine lang ersehnte Filmrolle. Mit den Dreharbeiten beginnt ein neuer Lebensabschnitt, eine Art Parallelwelt: Kunst als Zuflucht, als Fluchtmöglichkeit. Oder vielleicht der einzige Weg, sich mit der Realität zu verbinden und sich selbst zu finden.
Georgien hat ein angespanntes Verhältnis zu den abtrünnigen Regionen Abchasien und Südossetien, wie Rezensent Tino Schlench weiß. Im Roman wird dies zum Ausgangspunkt der Geschichte: Im Mittelpunkt steht Nia Kandelaki, deren Tochter Gabriela an einem seltenen Resignationssyndrom leidet - einer psychischen Schutzreaktion, die vor allem Kinder aus asylsuchenden Familien betrifft und die Pflege im Tiefschlaf erfordert. Parallel nimmt Nia eine Rolle in einem Kriegsfilm über den Georgisch-Abchasischen Krieg an, wodurch sich Filmhandlung und ihr eigenes Leben überschneiden und sie mit den politischen Konflikten Georgiens konfrontiert wird, so der Kritiker. Die Handlung hangelt sich geschickt nicht nur an den Filmdreharbeiten entlang: Togonidze nutzt filmische Elemente, ist dabei dialogreich, konzentriert sich auf wenige Figuren, wechselt schnell zwischen Szenen und setzt immer wieder auf dramatische Höhepunkte. Sprachlich kann das Buch den Rezensenten nicht so überzeugen, zu viel Pathos, zu viel "Gefühligkeit", aber hier geht es auch mehr darum, durch die mitreißende Handlung, Diskussion anzuregen, findet Schlench.
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