Lisa Weede

Aleksandra

Roman
Cover: Aleksandra
Kanon Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783985680580
Gebunden, 288 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Birgit Erdmann. Lisa Weedas Großmutter heißt Aleksandra und stammt aus der Ostukraine. Über dieses Land, auf das heute alle Welt schaut, hat ihre Enkelin einen fulminanten Roman geschrieben. Auf Geheiß ihrer 94-jährigen Großmutter Aleksandra reist die Erzählerin Lisa nach Luhansk, um das Grab ihres Onkels Kolja zu suchen, der seit 2015 verschwunden ist. Das verfluchte Geburtsland ihrer Oma sei gefährlich und kein Ort für Stippvisiten, warnt der Soldat am Checkpoint. Lisa gelingt die Flucht durchs Kornfeld - und landet plötzlich in der Vergangenheit: im magischen Palast des verlorenen Donkosaken. In seinen unzähligen Räumen entfaltet sich ein Jahrhundertpanorama, das nicht nur die Geschichte ihrer Familie lebendig werden lässt, sondern die Historie dieses ganzen Landes, einer Region, die nie zur Ruhe kommt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.03.2023

Lisa Weeda hat einen autobiografisch inspirierten Roman geschrieben, der lebensecht und überraschend beschwingt von der Geschichte einer ukrainischen Familie erzählt, lobt Rezensentin Lara Sielmann. Familie Krasnov, vor allem von der  titelgebenden Großmutter Aleksandra geprägt, musste von Stalins Zwangskollektivierung bis zum Ukraine-Krieg einiges durchmachen, daraus entsteht ein gelungenes Geschichts- und Personenpanorama über fast ein ganzes Jahrhundert, meint Sielmann. Sie empfiehlt den Debütroman Weedas nicht zuletzt mit Blick auf den Krieg in der Ukraine weiter.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.02.2023

Das ist ein ziemlich überfrachtetes Debüt der Drehbuchautorin und Regisseurin Lisa Weeda, findet Rezensent Cornelius Wüllenkemper. Der in großen Teilen autofiktionale Roman ist eine ukrainische Familiengeschichte, die Wüllenkemper wie ein Labyrinth vorkommt:  Mit vielen mythologischen Motiven und aus der Perspektive von 45 (!) Figuren, geht es um Aleksandra, die 2018 anfängt, der Vergangenheit nachzuspüren, die sie bis zu ihrem Urgroßvater führt. In all dem Gewirr aus persönlichen Erinnerungen an die hochpolitische Geschichte der Ukraine, schreibt Wüllenkemper, wird aber anschaulich, wieso das Land nie zur Ruhe gekommen ist. Um das nachvollziehen zu können, muss man sich allerdings wirklich auf diesen über alle Maßen konstruierten Roman "zwischen Historienfresko und Fantasy-Story" einlassen, warnt er.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.02.2023

Rezensentin Doris Akrap liest Lisa Weedas weit zurückreichende Familiengeschichte aus dem Donbass mit gesteigertem Interesse. Das zum ersten Jahrestag des russischen Angriffskrieges auf Deutsch erscheinende Buch besticht laut Akrap durch einen zurückhaltenden, leichten, doch präzisen Ton und eine fantastische Stimmung, in die immer wieder das Grauen der russischen Gewalt im Donbass einbricht. Erstaunlich findet sie die erzählerische Dichte, zu der Weeda gelangt, wenn sie Legenden der Donkosaken, die Geschichten ihrer Familie und die ganz gewöhnlicher Menschen verarbeitet.

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