Wladislaw Hedeler (Hg.), Horst Hennig (Hg.)

Schwarze Pyramiden, rote Sklaven

Der Streit in Workuta im Sommer 1953
Cover: Schwarze Pyramiden, rote Sklaven
Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2007
ISBN 9783865831774
Gebunden, 288 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

In der Geschichte der Lager des sowjetischen Gulag nimmt Workuta einen besonderen Platz ein. Die unwirtlichen Verhältnisse nördlich des Polarkreises haben unter den hier Gefangenen während mehrerer Jahrzehnte brutaler Zwangsarbeit unzählige Opfer gefordert, ein rigides Lagerregime trug zum jämmerlichen Dasein der scheinbar von aller Welt abgeschlossenen Inhaftierten bei. Umso bemerkenswerter, daß gerade hier im Juli/August 1953 ein Streik politischer Häftlinge aus über 30 Ländern in einen Aufstand mündete, der trotz blutiger Niederschlagung aus heutiger Sicht wie ein Fanal erscheint. Horst Hennig, der eigenes Erleben in die Waagschale werfen kann, und Wladislaw Hedeler, Historiker und Kenner der sowjetischen Geschichte, stellen eine Chronik jener Ereignisse vor, mit denen Workuta damals Geschichte schrieb. Ihre Rekonstruktion des Häftlingswiderstandes unter Hinzuziehung von Zeitzeugenberichten sowie eine erstmalige Auswertung zahlreicher Dokumente aus sowjetischen Archiven zeigt einprägsam das Ringen der Gefangenen um Freiheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2008

Hermann Wentker begrüßt diesen von Wladislaw Hedeler und Horst Hennig herausgegebenen Band über den Aufstand der Häftlinge des Workuta-Gulags im Jahr 1953. Er schätzt das Werk als eine "verdienstvolle Publikation", nicht zuletzt, weil dieser Streik neben dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR im öffentlichen Bewusstsein untergegangen ist. Eingehend schildert er Ausbruch, Verlauf und Niederschlagung des Aufstands, in dessen Zentrum die Forderungen nach Beseitigung von Willkür, Folter und Misshandlung standen. Neben der Geschichte des Lagers seit 1931 findet Wentker in dem Band eine ausführliche Schilderung der Ereignisse vom 2. Juli bis zum 5. August 1953 sowie einen Abdruck von wichtigen Dokumenten. Er lobt die fesselnde Darstellung, hätte sich aber eine stärkere Einbeziehung von anderen Aufständen in sowjetischen Lagern 1953/54 und des Moskauer Entscheidungsprozesses gewünscht.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…