Aus dem Amerikanischen von Heike Schlatterer und Werner Roller. Der Protest gegen strukturellen Rassismus gehört nicht erst seit der Black-Lives-Matter-Bewegung, seit den Toden von Breonna Taylor, George Floyd und vielen anderen zum alltäglichen Straßenbild in den USA. Er ist, wie die Historikerin Elizabeth Hinton in ihrem Buch nachweist, auch nicht als jeweils spontaner Ausbruch von verzweifelter Wut und Gewalt zu verstehen. Anhand erstmals erschlossener Quellen vollzieht "America on Fire" nach, wie die Rebellion Schwarzer Communitys seit den 1960er-Jahren nahezu ununterbrochen gegen ein System gewaltsamer Unterdrückung ankämpft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2021
Rezensentin Viola Schenz wird nicht ganz klar, worin der Erkenntnisgewinn von Elizabeth Hintons "America on Fire" bestehen soll. Die 1983 geborene Historikerin und Professorin der Universität Yale zeigt darin eine Bestandsaufnahme des Rassismus, der Polizeigewalt und der Bürgerrechtsbewegung, erklärt die Rezensentin. Aber die Feststellung, dass es immer wieder zu Konfrontationen zwischen schwarzen Aktivisten und weißer Polizei komme, genügt der Rezensentin bei fünfhundert Seiten nicht. Bedauerlich findet Schenz auch, dass weder schwarze Polizisten noch asiatische Ladenbesitzer zu Wort kommen, obwohl sie von Plünderungen durchaus betroffen sind. Dass die Autorin statt "riots" lieber von "rebellions" sprechen möchte, nimmt die Rezensentin auf, wichtiger wäre ihr allerdings eine Antwort auf die Frage, was man aus der rassistischen Vergangenheit für die Gegenwart lernen könne, schließt Schenz ein wenig enttäuscht.
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