Mit Schwarzweiß-Abbildungen. Im August des Jahres 1619 legt die White Lion an der Küste von Virginia an. An Bord sind die ersten zwanzig Menschen, die aus Afrika verschleppt und auf dem nordamerikanischen Kontinent als Sklav:innen verkauft werden. Viele Millionen werden ihrem Schicksal folgen. In ihrem publizistischen Projekt "1619" versammelt Herausgeberin Nikole Hannah-Jones Beiträge renommierter Autor:innen aus unterschiedlichsten Feldern, geschichtswissenschaftlich, soziologisch, dokumentarisch und poetisch, die eines gemeinsam haben: sie zeigen auf, wie grundlegend die Versklavung von Millionen verschleppter Menschen die USA prägte und wie dieses Erbe bis heute fortwirkt. Das Buch hat eine landesweite, inzwischen auch international geführte Debatte nicht nur über die Vergangenheit, sondern vor allem auch über die Gegenwart dieser Nation bewirkt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2023
Für den hier rezensierenden Historiker und Afrikawissenschaftler Andreas Eckert geht der von Nikole Hannah-Jones herausgegebene Sammelband, entstanden im Rahmen des "Projekts 1619", in die richtige Richtung. Weil in den USA außerhalb akademischer Kreise immer noch erschreckende Unkenntnis zur Sklaverei seit 1619 herrsche, will das Projekt hier eine Brücke schlagen und aufklären, rekapituliert Eckert. Nach einer Sonderausgabe der New York Times 2019 und der Zusammenstellung von Schulmaterialien zum Thema versammelt das Buch nun achtzehn Essays von Journalist*innen und Fachleuten, die die Anfänge und Nachwirkungen der Sklaverei in Nordamerika beleuchten, stets ausgehend von einem tagesaktuellen Ereignis wie der Ermordung George Floyds - das erkennt der Kritiker eindeutig als journalistische Herangehensweise. Inhaltlich Neues erfährt der Experte nicht; bemerkenswert findet er aber die "pessimistische" Grundhaltung des Buches gegenüber der Nation. Dies habe wohl zum Vorwurf der Demoralisierung und auch zum Verbot der erwähnten Unterrichtsmaterialien an manchen Schulen geführt, so Eckart, für den dies auf die große "Aktualität" und Relevanz dieses Buches hinweist.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 30.12.2022
Rezensent Carsten Hueck kann von "1619. Eine neue Geschichte der USA" viel lernen: Es handelt sich dabei um ein rund 800 Seiten starkes Buch, das aus einem Projekt der New York Times und der Journalistin und Professorin Nikole Hannah-Jones hervorgegangen ist. Hannah-Jones, erfahren wir, hatte sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte der USA unter Einbezug der Sklaverei noch einmal neu zu verhandeln und so kann der Rezensent lernen, dass und inwiefern die Freiheit und Gleichheit versprechende Verfassung noch weit über das Ende der Sklaverei hinaus nicht für alle gilt. Für Hueck wird deutlich, dass und auch warum sich die Diskriminierung von People of Colour bis heute erstreckt. Er lobt den sachlichen und aufschlussreichen Stil des Buches und empfiehlt es gerne weiter.
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