Aus dem Englischen von Mayela Gerhardt. Buenos Aires 1981: Inspector Joaquín Alzada hat sich geschworen, auch in Zeiten der Militärdiktatur ein anständiger Mensch zu bleiben. Gemeinsam mit seiner Frau Paula führt er ein ruhiges Leben - bis eines Tages sein politisch unbequemer kleiner Bruder Jorge spurlos verschwindet. Zwanzig Jahre später: Die Diktatur ist überwunden, und Alzada bereitet sich auf seinen Ruhestand vor. Doch dann wird nicht nur eine Leiche auf einer Müllhalde gefunden, sondern es verschwindet auch eine junge Frau aus einer der reichsten Familien der Stadt. Alzada wird auf schmerzhafte Weise an seine dunkelsten Stunden erinnert - und entschließt sich, alles daran zu setzen, dass sich seine Geschichte, in der sich die Geschichte des ganzen Landes spiegelt, nicht wiederholt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.08.2021
Rezensentin Sylvia Staude gefällt die Offenheit von Eloísa Díaz' Kriminalroman. Die Autorin argentinischer Herkunft erzählt hier auf zwei Zeitebenen von Inspektor Alzada, dessen Bruder 1981 in Argentinien im Zuge der Militärdiktatur ermordet wurde und der 2001 unter Fernando de la Rúa in einem weiteren Mordfall ermittelt. Wie Díaz dabei keine Helden schaffe, sondern die sich langsam bei Alzada einstellenden Zweifel beschreibt, ob er nicht doch auf der falschen Seite kämpft, scheint der Rezensentin zu gefallen. Insbesondere das offene Ende des Romans lobt sie. Ein Buch über die leider immer noch sehr aktuelle Frage, so Staude, welche Entscheidungen Menschen treffen, wenn ihre Freiheit gefährdet ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2021
Mit gemischten Gefühlen liest Rezensent Kai Spanke diesen Krimi der Anwältin Eloisa Diaz. Dass sich die Tochter argentinischer Eltern in ihrem Roman mit der Militärdiktatur auseinandersetzt, kann Spanke nachvollziehen, und mitunter gelingen Diaz wunderbar anschauliche Passagen. Aber leider viel zu selten. Dann wird die Erzählung um den alternden Polizisten, der sich moralisch nur mit Ach und Krach hat über Wasser halten können, doch arg konstruiert und belehrend, wie Spanke moniert. Die sprachliche Banalität verübelt der Rezensent der Autorin ebenfalls.
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