Aus dem Französischen von Julia Schäfermeyer. Mit ihren schnörkellosen Comics illustriert die französische Bloggerin Emma Alltagssituationen ebenso wie die großen gesellschaftlichen Fragen. Von Sexismus in der Arbeitswelt über häusliche Gewalt und die Anatomie der Klitoris: Emma widmet sich den unterschiedlichsten feministischen und sozialen Themen in einem Dutzend kleiner Geschichten. Emmas Geschichten sind mal urkomisch, mal todernst, aber immer relevant und auf leicht zugängliche Art dargestellt. Ihr Comic "Du hättest nur fragen müssen!" über die mentale Last, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde und unter anderem im Guardian erschienen ist, ging im Netz viral. Auch in Deutschland prägt er die Debatte zu den nach wie vor den Geschlechterstereotypen entsprechenden Zuständigkeiten im Haushalt. Anhand alltäglicher Anekdoten illustriert Emma die ungleiche Verteilung von Verantwortung im Haushalt zwischen den Geschlechtern so pointiert, dass man, wie bei vielen ihrer Geschichten, nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.01.2021
Rezensentin Ramona Westhof lässt sich vom Comic der Bloggerin Emma auf kluge, humorvolle Weise zum Nachdenken anregen über gesellschaftliche Ungleichheiten zwischen Mann und Frau, über die Kopftuchdebatte, Polizeigewalt, die weibliche Anatomie oder äxteschwingende Frauen im Tanga in Computerspielen. Die Verarbeitung der Blogeinträge zum Comic funktioniert laut Westhof gut. Dass nicht alles im Buch hochaktuell ist, weil die Blogtexte aus 2017 stammen, scheint der Rezensentin unproblematisch.
Rezensentin Sophia Zessnik empfiehlt die Sammlung mit Comics der Zeichnerin und Bloggerin Emma all denjenigen, die mit Begriffen wie "Mental Load" nichts anzufangen wissen oder die toten Winkel der Klitoris entdecken wollen. Wer vor "womansplaining" keine Angst hat, der schaut mit Gewinn, so Zessnik, was Emma über die Mehrfachbelastung der Frau in der Familie oder auch Gaslighting, Male Gaze und Rassismus notiert und in laut Zessnik an frühe Computergrafiken erinnernden Illustrationen festhält. Alles leicht zugänglicher, schnörkelloser weiblicher Blick, so die Rezensentin.
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