Aus dem Spanischen von Lea Hübner. 1768. Die Passagiere eines spanischen Segelschiffs gehen im Hafen von Buenos Aires an Land, darunter drei geheimnisvolle Frauen und ihre finster dreinblickende Ziege. In neun Geschichten aus unterschiedlichen Zeiten und Erzählperspektiven wird das Leben und Wirken dieser Frauen beleuchtet, die nie zu altern scheinen und mal wohltätig, mal rücksichtslos agieren. Sie beeinflussen das Leben vieler verschiedener Menschen, darunter ein von seiner plötzlich unbeherrschbaren Lust gequälter junger Mann, eine Bedienstete mit patagonisch-indigenen Wurzeln, die heimlich ein Kind großzieht, eine junge Internet-Freelancerin, deren Phobien sie an ihre Wohnung fesseln, eine abenteuerlustige, ein bisschen zu neugierige Schülerin, die ihre Erlebnisse in einem Tagebuch festhält…
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 22.10.2025
Rezensentin Jule Hoffmann applaudiert der argentinischen Comiczeichnerin für diese Arbeit: Ihrer Konkurrenz weit voraus kreiere sie "fantasievolle, tiefgründige Geschichten, die gleichzeitig unterhalten", so die Kritikerin. Sie verwebt neun Geschichten durch realistische sowie märchenhafte Elemente, die ihren Reiz durch das Entdecken der Querverbindungen zwischen den Episoden entfalten. Wiederkehrende Figuren sind drei nicht alternde, "hexenartige" Frauen und eine Ziege, die auf unterschiedliche Weise in das Leben anderer eingreifen. Die Geschichten wechseln zwischen Buenos Aires im 18. Jahrhundert, dem modernen Spanien und dem Alltag einzelner Figuren, deren Schicksale miteinander verwoben sind. Otero kombiniert Grusel und Humor, schöpft aus der Mythologie der Mapuche und schafft mit ihren unaufgeregten, kindlich anmutenden Zeichnungen eine vertraute Atmosphäre, freut sich die Rezensentin.
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