Provinz Misiones, Argentinien, subtropisches Klima. Karger Boden, Dschungel, Hoffnung, Erinnerung. Eine junge Frau wandert aus, mit einem Mann, den sie von einer Kontaktanzeige her kennt. Überall muss es besser sein als zuhause unter dem patriarchalischen Diktat des Vaters. Doch Buenos Aires ist weit, die Provinz Misiones der Flecken Land, der der jungen Frau, Mutter jetzt von zwei Kindern, alles abverlangt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.11.2005
In einer recht kurzen Rezension stellt Andrea Lüthi Erica Engelers Roman "Organza" vor, der ihrer Schilderung zufolge von "Sehnsüchten, Verzweiflung und der Zerrissenheit" einer Schweizer Familie handelt, die nach Argentinien auswandert. Zwei Dinge haben Lüthi dabei besonders beeindruckt: Zum einen ist dies die "bestechende Weise", mit der Engeler die "Einsamkeit im fremden Land" spürbar macht; zum anderen der Konflikt zwischen der autoaggressiven Tochter und der von Schuldgefühlen geplagten Tochter. Beide erzählen nach Lüthis Angaben abwechselnd, wobei die Tochter Olga ein wenig rätselhaft bleibe, wie die Rezensentin freundlich umschreibt, die in diesem Roman vor allem die Erinnerung an ein Paradies gesehen hat, das nie eines war.
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