Mit zahlreichen Abbildungen. Herausgegeben von Ulrich von Bülow und Silke Becker. Aus der Gabelsberger'schen Kurzschrift übertragen von Herbert Tauer. Der Schriftsteller Erich Kästner blieb 1933 in Deutschland, obwohl seine Bücher verbrannt wurden und er nicht mehr unter eigenem Namen veröffentlichen konnte. Als Zeitzeuge füllte er heimlich ein blaues Buch mit stenografischen Aufzeichnungen. Er berichtet vom Wahnwitz des Alltags im Krieg, vom Schicksal und Verhalten der großen und kleinen Täter und Opfer, von Bombennächten, Gerüchten und Flüsterwitzen. "Bis Ende November 1943 stand das blaue Buch, aufs sichtbarste verborgen, zwischen viertausend anderen Büchern im Regal. Dann steckte ich es, da die Luftangriffe auf Berlin bedenklicher wurden, zu dem Reservewaschbeutel, der Taschenlampe, dem Bankbuch und anderen Utensilien in die Aktenmappe, die ich kaum noch aus den Händen ließ." (Notabene 45). Seinen geplanten Roman über das Dritte Reich, für den er im blauen Buch Stoff sammelte, hat Kästner nicht vollendet. Notizen aus dem Nachlass geben erstmals eine Vorstellung von diesem groß angelegten Projekt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2006
Als "Dokument aus dem Inneren des nationalsozialistischen Deutschland" würdigt Tilman Spreckelsen diese Ausgabe von Erich Kästners "Blauen Buch". Der von Ulrich von Bülow und Silke Becker herausgegebene Doppelband bietet das Kriegstagebuch und die Roman-Notizen des Schriftstellers nach Auskunft des Rezensenten "erstmals ungeschönt". Für Spreckelsen erweist sich Kästner in den Aufzeichnungen von Erlebnissen und Beobachtungen in Nazideutschland als "kühler Beobachter des Zusammenbruchs". Vor allem die Notizen aus den Jahren 1942 und 1943 haben ihn überzeugt. Die Lektüre dieser Notizen erscheint ihm stets "überraschend" und oft genug "beklemmend". Zum Bedauern des Rezensenten geben die Berichte Kästners allerdings nur geringen Aufschluss über das, was er über das Beobachtete eigentlich dachte.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…