Erich Loest

Man ist ja keine achtzig mehr

Tagebuch
Cover: Man ist ja keine achtzig mehr
Steidl Verlag, Göttingen 2010
ISBN 9783869302362
Gebunden, 233 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Was ist mit über achtzig Jahren für einen Schriftsteller zu tun? Den nächsten Roman beginnen? Warum noch einen alle Geschichten sind erzählt. Doch was jeder Tag aufs Neue bringt, das sind Begegnungen und Erkenntnisse. Erich Loest hat sie notiert und ausgeformt zu Miniaturen voller Weisheit und trockenem Humor. Zwischen August 2008 und September 2010 hielt er fest, was ihn beschäftigte und bewegte: Politisches und Persönliches, Geschichten von unterwegs und vor seiner Haustür. Heiter-gelassen beobachtet er auch sich selbst. Um das Leben von Tag zu Tag auf den Punkt zu bringen, ist das Tagebuch die ideale Form für sein erklärtes "Letztbuch" bedient sich Erich Loest ihrer zum ersten Mal.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.05.2011

Vom Hocker hauen die Tagebücher von Erich Loest die Rezensentin ja nicht gerade. Allerdings: Der Mann ist über 80! Dass der Leser neben Alltagsbeobachtungen, Rück- und Einblicken auch mit körperlichen Problemen, mit Familienzwist und therapeutischen Schreiberfahrungen behelligt wird, ist doch wohl klar. Über die Eitelkeit, mit der hier jemand sein "Letztbuch" als Vermächtnis hinstellt, staunt Barbara Bollwahn aber dennoch. Und auch über die Fernsehfeierabend-Weinseligkeit - eines immerhin einst recht produktiven Autors.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2011

Rezensentin Regina Mönch legt denjenigen, die Erich Loest noch nicht kennen, sein (angeblich letztes) Buch ans Herz, das sich als Erinnerungsbuch im Gewand eines Tagebuchs der Zeit nach dem Mauerfall präsentiert. Der heute auf den Tag 85-Jährige zeigt sich darin so frisch und unbeirrbar wie eh und je, stellt die Rezensentin fest, die Loest besonders dafür schätzt, dass er, im Gegensatz zu Christa Wolf, Gregor Gysi oder Hans Modrow, keine Schwierigkeiten hatte, Fehler und Irrtümer in seinem Leben einzugestehen. Das Tagebuch hebt mit dem hässlichen Urheberstreit um Loests Roman "Völkerschlachtdenkmal" mit seinem Sohn an, ein Konflikt, der sich durch den ganzen Band zieht, wie Mönch feststellt. Aber er macht auch seiner Enttäuschung über die "Kulturbürokraten" Leipzigs und die SPD Luft und zeigt sich auch sonst als "unbequemer Zeitgenosse", so die Rezensentin mit unverhohlener Bewunderung.
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