Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2004
Trotz "sozialer und feministischer Anliegen" gelingt es Eugenie Kain in ihren Erzählungen überwiegend, ohne "gereckten Zeigefinger" zu erzählen, stellt Franz Haas eingenommen fest. Die sieben Geschichten handeln überwiegend von Frauen, die sich nur mühsam in schwierigen Lebenssituationen über Wasser halten, konstatiert der Rezensent, dem die "beklemmenden Bilder" von alltäglichem Unglück offenbar zugesetzt haben. Er bescheinigt der Autorin "viel Gespür für Grautöne und die spröde Sprache des Unglücks" und hat sich bei diesen Erzählungen nur ganz selten an Einbrüchen von "Sozialkitsch" gestoßen, bei der der Erzählton seiner Ansicht nach allzu "demonstrativ über die Schlechtigkeit der Welt" klagt. Diese Klippe weiß Kain aber zumeist geschickt zu umschiffen, betont der insgesamt sehr angetane Haas.
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