Kinder sind längst nicht mehr unbedingt Schicksal. Medizin und Wissenschaft erfüllen nahezu jeden Wunsch nach Schwangerschaft, machen alles möglich, planbar und kontrollierbar. Wer sich sehnlichst ein eigenes Kind wünscht, dem kann heute einfach geholfen werden. Und zwar ganz egal, in welcher Lebens- und Beziehungssituation. Eva Maria Bachinger plädiert in ihrem Buch dafür, dass wir die Fragen zu Ethik und Moral rund um Reproduktionsmedizin und Präimplantationsdiagnostik ehrlich diskutieren, bevor Gesetze liberalisiert und Tabus gebrochen werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2015
Eva Maria Bachingers packendes Plädoyer "Kind auf Bestellung" hat Rezensentin Manuela Lenzen nicht kalt gelassen. Denn mit klaren und harten Worten verurteile die österreichische Journalistin hier die zahlreichen Angebote assistierter Fortpflanzung, die sich zu immer mehr zu einem globalen Fortpflanzungstourismus entwickeln, berichtet die Kritikerin. Dank der gründlichen Recherche der Autorin, etwa durch Gespräche mit Eizellenspenderinnen und Leihmüttern, erfährt die Rezensentin beispielsweise von Knebelverträgen für Leihmütter, die teils nicht mal lesen können oder von Discount-Angeboten mit unbegrenzten Versuchen in Niedriglohnländern. Mit großem Interesse folgt Lenzen auch Bachingers scharfer Analyse der Diskurse von Ärzten, Politikern und Ethikkommissionen. Auch wenn es diesem Buch bisweilen ein wenig an einer fachlichen Argumentationsstruktur mangelt, wünscht die Kritikerin ihm zahlreiche LeserInnen.
Michael Pawlik ist der Autorin dankbar, dass sie die Befürworter der Reproduktionsmedizin ein bisschen ärgert. Eva Maria Bachingers Buch wartet aber laut Rezensent durchaus mit triftigen Argumenten gegen den Optimierungswahn im Namen der Menschenrechte auf, wie Pawlik erklärt. Dass die Rechte der global rekrutierten Eizellenspenderinnen und Leihmütter gerade nicht beachtet werden, kann ihm die Autorin aufzeigen, ebenso die Degeneration der Emanzipationsmaxime "Mein Bauch gehört mir". Wenn Bachinger am Ende ein Verbot der Reproduktionsmedizin zwar für richtig hält, aber illusionslos einräumt, dass dies nicht geschehen wird, sondern sich die Designerbabywünsche im Gegenteil nur noch verstärken werden, gefällt Pawlik der Realismus der Autorin und ihr Engagement umso mehr.
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