Diese Antideutschen wären ohne Amerika nicht denkbar. Sie sind das Ergebnis einer jahrzehntealten transatlantischen Beziehungskiste, aber nicht unbedingt das gewünschte oder auch nur ein brauchbares Ergebnis, eher eine Art Frankenstein'sche Kreatur. Die neueren deutschen Verrücktheiten sind die Spottgeburt einer Zwangsheirat des stolzen amerikanischen Sendungsbewusstseins, das im Wilden Westen wurzelt, mit dem deutschen Belehrbedürfnis. Das ist nicht gut für Amerika und nicht gut für Deutschland. Dieses Buch ruft dazu auf, selbst zu denken und selbst zu urteilen. Versucht es, es ist nicht gefährlich und man fühlt sich sofort besser.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.10.2021
Rezensentin Jasamin Ulfat-Seddiqzai würde von Eva C. Schweizer wohl einen Spitznamen bekommen, weil die Aussprache ihres richtigen Names die Autorin zu viel Lebenszeit kostet. Dergestalt sind die Argumente und ist der Ton im Buch der Journalistin, erklärt uns Ulfat-Seddiqzai in ihrer Besprechung. Dass die Autorin kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn sie in ihrem Buch mit der zerstrittenen Linken abrechnet, findet die Rezensentin nicht schlimm, auch Schweitzers Zuspitzungen kann sie verkraften. Dass die Autorin immer wieder beleidigend werden muss, statt Erklärungen wilde Assoziationen liefert, die sie an eine antideutsche Verschwörung glauben lässt, und ihre eigene Intoleranz nicht bemerkt, wenn sie der deutschen Linken Intoleranz vorwirft, findet die Rezensentin allerdings degoutant.
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