Das Buch von Evi Petropoulou führt den deutschen Leser in die neuere griechische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts ein. Übergreifende Gesamtdarstellungen präsentieren nicht nur Autoren und Werke im kulturellen, politischen, gesellschaftlichen und historischen Kontext, sie zeigen auch die wichtigsten Strömungen und Tendenzen der neuen griechischen Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2002
In einer ausführlichen Doppelrezension bespricht Barbara Spengler-Axiopoulos zwei neue Publikationen, die auf unterschiedliche Weise das im deutschen Sprachraum kaum bekannte literarische Terrain der neueren griechischen Literatur erkunden und sich dabei prächtig ergänzen: Evi Petropoulous "Geschichte der neugriechischen Literatur" und Pavlos Tzermias "Die neugriechische Literatur. Homers Erbe als Bürde und Chance". Der Titel von Evi Petropoulous "Geschichte der neugriechischen Literatur" ist schlicht ein Etikettenschwindel, echauffiert sich die Rezensentin zunächst mal, handelt es sich doch gar nicht um eine "Literaturgeschichte", sondern um eine Sammlung von philologischen Einzelbeiträgen zur neueren griechischen Literatur, die "als solche hätten kenntlich gemacht werden müssen". Das bleibt nicht der einzige Kritikpunkt. Die Rezensentin fühlt sich vom "minuziösen Fachwissen", das Petropoulou und ihre Mitarbeiter in ihren staubtrockenen Aufsätzen auffahren, regelrecht "gequält". Petropoulous Versuch, die neugriechische Literatur in den Kanon der europäischen Literaturen einzureihen, hält die Rezensentin für problematisch. Dann findet sie doch noch lobende Worte: In ihrem Kapitel über den Dichter Giannis Ritsos, dessen Bedeutung sie in einer "einfühlsamen, schönen Sprache" herausarbeite, zeige Petropoulou, was sie könne. Auch die editorische Sorgfalt des Werkes findet die Anerkennung der Rezensentin, verzeichnet es doch sämtliche veröffentlichte Sekundärliteratur und alle bisherigen Übertragungen griechischer Literatur in die deutsche Sprache zu den besprochenen Autoren und Themenkomplexen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2001
Alles andere als wohlmeinend ist diese Besprechung des Rezensenten, der mir "tost" zeichnet. So lässt er denn auch manche der Platitüden einfach für sich stehen, indem er sie kurz zitiert:. Etwa: 'Kalvos Dichtung entsteht nicht ex nihilo, sondern ist Produkt und Ausdruck des Zeitgeistes'. Das klingt in der Tat ein wenig nach Erstsemester Germanistik. Derlei werde vom Publikum wohl eher mit Misstrauen aufgenommen - und das "mit gutem Grund, schließt "tost"seinen Verriss.
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