Aus dem Griechischen von Barbara Vierneisel-Schlörb, unter Mitwirkung von Antigone Kasolea. "Oxopetra", ein später Zyklus aus dem Jahr 1991, gilt neben "To axion esti. Gepriesen sei" als Höhepunkt im Schaffen des griechischen Nobelpreisträgers von 1979 Odysseas Elytis (1911?1996). In den vierzehn Elegien geht es um einen von allen negativen Aspekten befreiten Tod, der ganz mit Unendlichkeit und Ewigkeit identifiziert wird. Drei Dichterelegien ? Hölderlin, Novalis und Solomos gewidmet, der in Messolongi die griechische Nationalhymne schrieb ? beschäftigen sich mit dem Thema der Sagbarkeit des Nicht-Sagbaren, der Übersetzung von Epiphanien in Sprache.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.12.2001
Erst jetzt, bedauert Albert von Schirnding, nimmt man in Deutschland die lyrischen Werke des 1996 verstorbenen Dichters Odysseas Elytis zur Kenntnis. Zum Glück, freut sich der Rezensent, denn der Band mit den späten Gedichten von Elytis, der 1979 den Nobelpreis erhalten hatte, hat ihm gut gefallen. Er enthält, informiert Schirnding, zwei Gedicht-Zyklen, die Elytis 1991 und 1995 veröffentlicht hatte und die jetzt von Barbara Vierneisel-Schlörb sehr nahe am Original übersetzt wurden. Das Verständnis erschließt sich dem Leser daher nicht immer gerade leicht, warnt der Rezensent, der gerne mehr Anmerkungen und ein erklärendes Nachwort gelesen hätte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.10.2001
Tief religiös im modernen Sinn sind die Texte von Odysseas Elytis, schreibt Cornelia Jentzsch. Von ihm sind nun gleich zwei Gedichtbände auf Deutsch erschienen, die höchst verschiedene Schaffensphasen des 1996 verstorbenen griechischen Dichters repräsentieren. "Oxopetra Elegien/ Westlich der Trauer" und "To axion esti. Gepriesen sei". Cornelia Jentzsch beginnt mit den späten Gedichten, die sich wie der Zyklus "Westlich der Trauer" als poetisches Vermächtnis des Nobelpreisträgers interpretieren lassen. Odysseus Elytis, so schreibt die Rezensentin, war tief verankert in der antiken wie auch der christlich-orthodoxen Mythologie. Immer wiederkehrende Begriffe bei ihm seien "Unschuld", "Gerechtigkeit", "Licht", "Sonne". Selbst den Tod stellte er sich als "Sonne ohne Untergang" vor, zitiert sie aus den Gedichten, so wie ihm Dichtung überhaupt Wiederauferstehung bedeutete, und leitet diese Auffassung daraus ab, dass die ersten poetischen Verse angeblich Grabinschriften waren, mit denen sich die Lebenden die Toten zurückgerufen haben. Cornelia Jentzsch nennt Elytis' Schreibweise ein Arbeiten mit "Wortskulpturen": hinter jedem Namen verbergen sich verschiedene Figuren, hinter jedem Wort mehrere Bedeutungsfelder. Tief beeindruckt und beeinflusst war Elytis im übrigen von Novalis und Hölderlin wie auch vom französischen Surrealismus, der einen deutlichen Nachhall in seinen Gedichten hinterließ.
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