Dabei hat sich geisteswissenschaftliche Forschung in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Immer mehr Frauen bekommen eine Chance. Die Digitalisierung hat das Suchen, Lesen, Auswerten und Schreiben beschleunigt. Teamarbeit ersetzt das stille Kämmerlein. Zugleich ist der Druck gestiegen, sich im Wettbewerb zu behaupten. Ewald Frie und Boris Nieswand haben zwölf Jahre lang in einem Sonderforschungsbereich zum Thema "Bedrohte Ordnungen" gearbeitet. Die Tübinger Keplerstraße 2 wurde für viele Forschende Anlaufpunkt und Arbeitsplatz. Auf der Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen und von Interviews mit Beteiligten berichten die Autoren, wie von ersten Ideen und Theorien über Planungen und Anträge, Präsentationen und Evaluationen das Wunder vollbracht wird, dass man neue Erkenntnisse nicht planen kann, es aber trotzdem tun muss und damit auch noch Erfolg hat - jedenfalls meistens.
Wie kritisch es um die Geisteswissenschaften steht, liest Rezensent Martin Hubert bei Historiker Ewald Frie und Kultursoziologe Boris Nieswand nach, die von ihren Erfahrungen in einem Sonderforschungsbereich erzählen. Die zunehmende Finanzierung über Drittmittel ist ein Problem, die Planung und Beantragung eines Sonderforschungsbereichs frisst Zeit und Ressourcen, lernt Hubert in dem spannenden Bericht der beiden Autoren. So macht ihm das Buch klar, dass sich die Geisteswissenschaften in einem Spannungsverhältnis zwischen von außen herangetragenen Erwartungen und kreativem Neudenken befinden - aber auch, dass sie diese Kämpfe aufnehmen können, wie er schließt.
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