Bürger*innen, Bürger oder Bürgerinnen oder schlicht: Bürger? Niemand, der beruflich mit Sprache unterwegs ist, kommt heute am Thema Gendern vorbei. Seitdem der Genderstern seit 2020 dammbruchartig auch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Einzug gehalten hat, gewinnt die Debatte um das kontroverse Thema an Schärfe. Dieses Buch wirft einen kritischen Blick auf das Gendern. Wenn Sie sich mit dem Gendern nicht anfreunden können, finden Sie hier zahlreiche - auch völlig neue - Argumente dagegen. Aber auch als Freund*in des Genderns werden Sie viele Denkanstöße entdecken. Fabian Payr setzt sich kritisch mit den Grundprämissen des feministischen Sprachumbaus auseinander: Ist das Deutsche tatsächlich eine sexistische Männersprache? Werden Frauen durch das generische Maskulinum diskriminiert? Wieviel Sexualisierung verträgt die Sprache? Wieviel "Inklusion" kann Sprache leisten? Kann Sprache "gerecht" sein? Ist konsequentes Gendern überhaupt möglich? Wie demokratisch ist das Gendern? Gegner des Genderns beklagen massive Eingriffe in gewachsene Sprachstrukturen, kritisieren die moralische Aufladung des Diskurses durch Sprachaktivisten und beobachten in vielen gesellschaftlichen Bereichen (Verwaltungen, Behörden, Universitäten) einen zunehmenden Zwang zum Gendern - und das, wie Umfragen zeigen, bei einer nur geringen Akzeptanz dieser Sprache in der Bevölkerung. Das Buch möchte aufzeigen, dass Gendern keine belastbare wissenschaftliche Grundlage hat. In der aktuellen Auseinandersetzung wird es zudem als sexistisch, undemokratisch und grundgesetzwidrig bezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2021
Rezensent Wolfgang Krischke hofft auf breite Leserschaft für Fabian Payrs so nüchternes wie lesbares Plädoyer gegen das Gendern. Auch ohne bahnbrechende neue Erkenntnisse überzeugt ihn der Band mit sprachwissenschaftlichen Fakten, Analysen und Argumenten und dem systematischen, beispielhaften Aufzeigen von politisch-linguistischen Zusammenhängen. Was das generische Maskulinium ist, was es "allgemeinmenschlich" macht und wie das Gendern es bedroht, lässt sich Krischke gern noch einmal vom Autor auseinandersetzen. Wenn Payr an Studien, die den Zusammenhang von Genus und Sexus behaupten, Kritik übt, kann Krischke dem nur zustimmen. Etwas ausführlicher sogar hätte der Autor diesen Komplex seiner Meinung nach gern behandeln dürfen, um der "paradoxen" Sexualisierung der Sprache durch das Gendern entgegenzuwirken.
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