David Ranan (Hg.)

Sprachgewalt

Missbrauchte Wörter und andere politische Kampfbegriffe
Cover: Sprachgewalt
Dietz Verlag, Bonn 2021
ISBN 9783801205874
Kartoniert, 384 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Mit Sprache wird manipuliert, Macht und Gewalt ausgeübt. Fake News, über Medien verbreitet, schaffen Verunsicherung. Der Vorwurf Terrorist oder Antisemit kann über Karrieren, selbst über Leben und Tod entscheiden. Die Essays in diesem Band untersuchen zentrale politische Begriffe auf ihren Missbrauch. Wer benutzt sie wie, wann und wozu? Kritische Wachsamkeit ist geboten, wenn jemand die Welt mit ein paar Wörtern in Gut und Böse einteilt, Verbrechen entschuldigt, Gegner vernichtet und uns zu seinen Komplizen machen will. Freiheit, Demokratie, Islamismus oder Elite. Ist klar, was gemeint ist? Der Terrorist des einen ist der Freiheitskämpfer des anderen. Solche und andere politische Begriffe haben reale Wirkungen, obwohl sie unscharf und vieldeutig sind. Sie besitzen ein enormes Charisma. Das macht sie zu attraktiven Waffen im politischen Kampf. Post Truth und Sprachgewalt sind die Feinde der Demokratie. Der Versuch, uns zu täuschen, ist allgegenwärtig. Mit Beiträgen von Jonathan Alschech, Ruth Ben-Ghiat, Micha Brumlik, Rikki Dean, Marion Detjen, Jana Egelhofer, Marcus Funck, Christian Geulen, Amos Goldberg, Christoph Gollasch, Neve Gordon, Gregor Gysi, Michael Kohlstruck, Brian Klug, Gesine Krüger, Meltem Kulacatan, Peter Lintl, Daniel Morat, Nicola Perugini, Michael Quante, Barnaby Raine, David Ranan, Jörn Retterath, Jonathan Rinne, Mohammad A. Sarhangi, Stefanie Schüler-Springorum, Peter Steinbach, Marc Volovici, Yair Wallach, Anton Weiss-Wendt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2021

Rezensent Kevin Hanschke hält David Ranans Buch für ein wichtiges Kompendium zu politischen (Kampf-)Begriffen. Die im Band versammelten Essays von dreißig Autoren und Autorinnen erschließen ihm die Entwicklung politischer Rhetorik und von Begriffen wie Terrorismus und Fundamentalismus, Freiheit, Heimat, Wahrheit und Demokratie. Vor allem Jana Laura Engelhofers Artikel über "Fake News" scheint Hanschke aufschlussreich. Der Rezensent lernt, dass es den Begriff schon vor Trump gab und dass es als Genre und Label fungieren kann. Ein Buch, das dem Leser die Diskurse hinter der Sprache eröffnet, meint Hanschke.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.07.2021

Rezensent Arno Orzessek erzählt interessiert den Inhalt des von David Ranan herausgegebenen Sammelbands "Sprachgewalt" nach, der ausgewählte Essays, unter anderem von Amos Goldberg, Gregor Gysi und Marion Detjen enthält. Der Politikwissenschaftler Ranan wolle mit den Texten zu 29 oftmals politisch geladenen, manipulierenden oder täuschenden Wörtern den Zusammenhang zwischen dem akuten politischen Chaos und der verfallenden Sprache aufzeigen, erzählt Orzessek. Es geht etwa um Begriffe wie "Elite", "Gender", "Nazi", "Extremismus", "Kolonialismus", "Fake News", die natürlich allesamt höchst umstritten sind. Die Lehre der etymologielastigen Texte sei dem Rezensenten zufolge zwar bemerkenswert, doch es wirke so, als sei die hitzige politische Debatte die Hauptthematik. Immerhin schafft es der Sammelband, die sprachpolitischen Strategien der verschiedenen politischen Lager zu entlarven, meint Orzessek. Dass die 29 Begriffe auch durch "unspektakuläreres, handfesteres Vokabular" ersetzt werden können, leuchtet dem Rezensenten nach der Lektüre noch mehr ein.

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