Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt Als Enaiat eines Morgens erwacht, ist er allein. Er hat nichts als seine Erinnerungen und die drei Versprechen, die er seiner Mutter gegeben hat. Er durchwandert die Länder des Ostens bis nach Europa. Er reist auf Lastwagen, arbeitet, schlägt sich durch, lernt das Leben von seiner grausamen Seite kennen. Und trotzdem entdeckt er, was Glück ist? Fabio Geda erzählt die wahre Geschichte des zehnjährigen Enaiatollah Akbari in einem kurzen Buch: eine Geschichte, die uns den Glauben an das Gute zurückgibt.
Oranus Mahmoodi hat Fabio Gedas Roman über die Flucht eines Bauernjungen aus der afghanischen Provinz Ghazni gen Westen mit gemischten Gefühlen gelesen. Dass das Buch auf der authentischen Geschichte Enaiatollah Akbaris basiert, löst bei ihr durchaus ein unbehagliches Gefühl aus, zumal Akbaris in der Hoffnung auf ein besseres Leben im Westen bei seiner Flucht beinahe sein Leben ließ. Unbehagen fühlt sie auch, wenn sie daran denkt, dass der westliche Leser sich bei der Lektüre des Buchs "aus der Ferne gruseln" kann. Andererseits scheint ihr der Roman, der in der "einfachen, naiv-poetischen Sprache" Akbaris geschrieben ist, durchaus lesenswert, schildert er doch eindringlich die Klugheit und den Reifungsprozess eines afghanischen Jungen im alltäglichen Überlebenskampf.
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