Zusammengetragen und übersetzt von Felix Philipp Ingold.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2000
Der mit "U. Sm." zeichnende Rezensent begrüßt begeistert diese Anthologie russischer Einzeiler. In seiner knappen Besprechung fasst er kurz die Geschichte des einzeiligen Gedichts zusammen, dessen Ursprünge er in der Antike weiß. In der vorliegenden Sammlung zeige sich die ganze Bandbreite dieser Gedichtform, lobt der Rezensent und meint, dass sich hier das "Funktionieren lyrischen Sprechens" zeigt, indem mit dem "Doppelcharakter der Sprache" als Information und Sprachmaterial gespielt wird.
Benedikt Erenz kennt sich aus. Erst wird T.S. Eliot zitiert, dann namedropping mit der russischen Avantgarde veranstaltet. Die Leser haben bis dahin einiges gelernt und auch einiges zum Schmunzeln gehabt. Dann kommt der Rezensent auf sein eigentliches Anliegen zu sprechen, die Belobigung einer Anthologie russischer Autoren, die seiner Meinung nach alles bietet, mal vom Feinsten, mal vom Blödsten, Hauptsache: die Texte passen in eine Zeile. Einen Abstrich macht er - dass es bei den uns unbekannten Autorennamen keinen biografischen Verweis gibt. Zitieren wir zum Schluss einen Einzeiler von Slata Pawlowa, der Erenz (und uns) besonders gut gefallen hat: "Flog ein Vogel. Fliegt nicht mehr."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.05.2000
Mit viel Sympathie bespricht Wolfgang Werth diese Sammlung von einzeiligen Versen russischer Gegenwartsautoren. Um "Geballtes Schweigen", wie der Titel suggeriert, handele es sich beileibe nicht. Nicht nur habe sich diese lyrische Form wegen ihrer Widerständigkeit gegen eindeutige Aussagen bewährt, viele der im Original wie in deutscher Übersetzung abgedruckten Monostichen hätten, so Werth, durchaus das Zeug zum geflügelten Wort. Einzig das Fehlen biografischer Angaben zu den meist unbekannten Autoren wird bemängelt.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…