Aus dem Französischen von Fred. E. Schrader. Keineswegs naiv-bewundernd, sondern kritisch und selbstbewusst betraten die ersten Kundschafter aus dem Reich der Mitte die europäischen Metropolen. Ihre Ethnologie der abendländischen Welt ist es, die uns heute eine ungewöhnliche Perpektive auf die Geschichte Europas ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2001
Astrid Reuter lobt diesen Band als "höchst gelungenes Werk", in dem die Autorin durch die Auswertung von Tagebüchern und Briefen die Wahrnehmung Europas durch chinesische Diplomaten im späten 19. Jahrhundert dokumentiert. Hier geht es - wie die Rezensentin betont - weniger um diplomatische Angelegenheiten, als vielmehr um kulturelle Unterschiede. Und so reichen die Themen nach Reuter von Alltag, Kunst, Mode, Küche bis hin zu Liebes- und Familienangelegenheiten. Nach Diagnose der Rezensentin entstehen dabei "zwei einander ergänzende Bilder". Zum einen werden "wertvolle Ergänzungen und Korrekturen des gängigen europäischen Selbstbildnisses deutlich". Zum anderen erfahre man auch viel über China und die chinesische Politik und Gesellschaft jener Zeit. Besonders interessant scheinen Reuter die nicht zuletzt auf Verständnisschwierigkeiten beruhenden Missverständnisse, etwa wenn sozialistische Bewegungen in Europa von chinesischen Diplomaten als Geheimgesellschaften interpretiert werden, die "bei geeigneter Gelegenheit alle gekrönten Häupter" ermorden wollten.
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