Fernando Aramburu

Die Mauersegler

Roman
Cover: Die Mauersegler
Rowohlt Verlag, Hamburg 2022
ISBN 9783498003036
Gebunden, 832 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen. Toni ist ein Antiheld, der das Leben nicht liebt. Als Philosophielehrer an einem Gymnasium in Madrid lebt er nach einer Trennung alleine, mit Hund, und fasst einen Entschluss: Er will seinem Leben ein Ende setzen. In genau 365 Tagen. Am 31. Juli beginnt das letzte Jahr, und dieser Roman hat 365 Kapitel, eins für jeden Tag. Die ersten Monate sind für Toni geprägt von Erinnerungen an seine Familie in der wechselhaften spanischen Geschichte, Beobachtungen seiner Landsleute und Erlebnissen, die ihn in seiner Weltsicht bestärken. Doch dann kommt es zu einer unerwarteten Begegnung mit einer Frau, deren Hund auch Toni heißt. Ein Zeichen! Und mit einem Mal gerät Tonis Plan ins Wanken. Die Chronik eines Countdowns, die auf fantastische Weise von der Hoffnung auf ein glückliches Leben erzählt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.10.2022

Protagonist Toni gibt sich noch ein Jahr, bis er seinem Leben ein Ende setzen will, ein Jahr, das Fernando Aramburu auf 800 Seiten minutiös schildert. Es geht um Familie, um Liebe, um politische Entwicklungen, aber vor allem auch um die Frage, was ein gutes Leben ausmacht, wie Rezensent Dominik Bloedner feststellt. Ganz so einfach scheint das Leben Toni seinen Tod aber auch nicht machen zu wollen, als eine Frau in sein Leben tritt, erkennt der Rezensent und ist sichtlich gefesselt vom Roman dieses "großen humanistischen Autors".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.10.2022

Das muss man erstmal schaffen, einen Roman so voller Witz, Warmherzigkeit und skurrilen Einfällen über einen Selbstmordaspiranten zu schreiben, der dann auch noch von Klimakatastrophe, Terrorismus, Sexismus und dysfunktionalen Familien handelt, staunt Rezensent Reinhard J. Brembeck. Aber Fernando Aramburu gelingt das Kunststück und so folgt der Kritiker nicht ohne Vergnügen jenem geschiedenen Macho Toni, der seinem Leben ein Ende setzen will und gern und häufig mit seinem Kumpel Humpel streitet. Gänzlich auf Chronologie verzichtend lässt Aramburu Toni Erinnerungsfetzen und Mini-Essays über "sexuelle Vorlieben und Grobheiten", Frauenfeindlichkeit, Uwe Seeler, Schopenhauer, Spinoza oder Biodiversität und Stierkampf notieren, resümiert Brembeck, der sich zudem mit Aramburus Romanpersonal vergnügt - auch wenn er die meisten lieber nicht persönlich kennenlernen möchte. Großartig auch die spiegelbildliche Anordnung der Figuren, unter denen sich auch eine doppelte Wiedergängerin von Prousts Madeleine findet. Damit aber sollen sich Philologen beschäftigen, meint der Kritiker. Alle anderen dürfen sich erfreuen an diesem leichthändigen und doch klug konstruierten Roman, schließt er.
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