Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen. Der Vater ist Gemüsebauer und will dem Sohn die Liebe zur Landwirtschaft vermitteln. Der aber träumt von der Raumfahrt, von Technik und Fortschritt. In ihrem Haus gibt es noch kein fließendes Wasser, die Familie zählt zu den ärmsten der Gegend. Am Salesianer-Kolleg bekommt der Bauernjunge die Weltsicht der Padres vermittelt, denen Galileo Galilei als Sünder gilt. In der engstirnigen, dumpfen Landatmosphäre projiziert er all seine Zukunftshoffnungen ins All. Rationales Wissen, das wäre seine Welt! Eine Welt, die weiter entfernt scheint als der Mond. Je mehr sich Apollo 11 dem Trabanten nähert, desto weniger hält es der Junge in seiner Umgebung aus. In einer äußerst kunstvollen Prosa, mit plastischen Charakteren und poetischen Schilderungen, beschreibt Munoz Molina die Leiden eines Heranwachsenden und den Aufbruch in eine neue, reichere Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2010
Annika Müller ist ganz verzaubert von Antonio Munoz Molinas neuem Roman. Die Zeitspanne von ein paar Tagen (während der Mondmission von Apollo 11) des Jahres 1969 genügt dem Autor, um rückblickend von einer Jugend in der andalusischen Provinz zu erzählen und die Rezensentin vom intimsten Zeugnis der Selbstsuche Molinas sprechen zu lassen. Den Beobachtungen und Reifungsprozessen des jugendlichen Helden wohnt Müller dank eines so konzentrierten wie poetischen Erzählens und dank Molinas liebevoller Ironie mit geruhsamer Spannung bei. Brillant findet sie die Sprache in der deutschen Übersetzung durch Willi Zurbrüggen. Einzig dass Molina am Ende in die Gegenwart schwenkt, hält Müller für überflüssig elegisch.
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