Hä? Wieso soll bei unserem Umzug vom Land in die Stadt der Trecker nicht mitkommen dürfen? Es ist ja schlimm genug, dass man umziehen muss, und dann auch noch in die Stadt! Jedenfalls: Der Trecker muss natürlich mit. Es gibt nämlich jede Menge extrem gute Gründe, warum ein Trecker auch in der Stadt lebensnotwendig ist. Zum Beispiel beim Einkaufen, da ist er super praktisch, wenn man mal richtig viel kaufen muss. Oder wenn mal Stau ist, da kann man sich problemlos Platz machen, anstatt blöd hinter allen anderen Autos warten zu müssen. Ich sage: Trecker kommt mit!
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2018
Rezensent Rudolf Neumaier gelingt es, seine Abneigung gegen das Wort Trecker (Traktor heißt es doch, meint er) zu überwinden mit Finn-Ole Heinrichs und Dita Zipfels Buch, das die Autoren zusammen mit der Zeichnerin Halina Kirschner verwirklicht haben. So schön findet er die Bilder vom fröhlichen Landleben, so nachvollziehbar die Story um einen Jungen, für den es überhaupt nichts Wichtigeres gibt als eben seinen Trecker, pardon, Traktor - eine echte Multifunktionslebenshilfe, so Neumaier.
Für den Rezensenten Christian Staas ist dies ein wunderbar eigensinniges, "trotzig poetisches Kraftpaket" von einem Bilderbuch. Dass es weder eine wirkliche Geschichte noch einen greifbaren Helden gibt, stört den Kritiker dabei keineswegs. Viel zu gern folgt er dem kindlichen Ich, das im Gespräch mit einem erwachsenen Du von seiner Wundermaschine, einem Trecker, erzählt, der ihn in jedem Fall beim anstehenden Umzug begleiten soll. Halina Kirschners funkelnde Bilder und der knappe, "unsentimentale" Erzählton von Finn-Ole Heinrich und Dita Zipfel machen das Vergnügen für Staas perfekt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017
Rezensent Fridtjof Küchemann hat seinen Spaß mit dem Bilderbuch von Finn-Ole Heinrich, Dita Zipfel und Halina Kirschner. Den titelgebenden Trecker hat er bald so lieb wie das Kind im Buch und mag ihn nicht wieder hergeben. Trecker muss mit eben, egal wohin es geht, meint Küchemann. Kleinere Ungenauigkeiten in der Kinderperspektive übersieht er da geflissentlich, derart beharrlich bringt das Kind Argumente für den Umzug mit Trecker und so schön ist die Trecker-Poesie. Möchte man sofort laut lesen, schwärmt der Rezensent.
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