Aus dem Russischen neu übersetzt und herausgegeben von Alexander Nitzberg. Um ein Haar hätte es diesen Roman nicht gegeben. Damit er am Ende doch erscheinen konnte, verzichtete Dostojewskij nicht nur auf seinen ursprünglichen Titel - Roulettenburg -, er erfüllte auch das Ultimatum des Verlegers und schrieb den Roman in nicht mehr als 26 Tagen. Er brauchte das Geld, denn er war so spielsüchtig wie sein Held Aleksej Iwanowitsch, und er war nicht weniger verstrickt in eine unglückliche Affäre. Eben dieser authentische Hintergrund ist es, welcher der Geschichte um einen fiktiven deutschen Kurort namens Roulettenburg bei all ihrer Rasanz eine unentrinnbare Gravitation verleiht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2017
Rezensent Ulrich M. Schmid lässt sich von einem Autor überraschen, den er glaubte längst zu kennen. Durch die Neuübersetzungen zweier Romane Dostojewskis tritt ihm statt des "Gottsuchers oder Sittenmalers", den er erwartet hat, ein "rotzfrecher Aufwiegler" gegenüber. Felix Philipp Ingold und Alexander Nitzberg haben es sich zur Aufgabe gemacht, von jeglicher Glättung und Ästhetisierung der teils groben, wuchtigen Sprache Dostojewskis abzusehen und stattdessen den holprigen, atemlos suchenden, manchmal völlig unlogischen Duktus in "Aufzeichnungen aus dem Abseits" und "Der Spieler" ins Deutsche zu übertragen, freut sich der Rezensent. Dabei bedienen sie sich einiger mutiger Kniffe: Verkürzte Sätze, gestrichene Konjunktionen, eine bildhafte Sprache und im Falle von "Der Spieler" sogar eine Übertragung ins Tempus Präsens verhelfen diesen zwei Schlüsseltexten des russischen Autors dazu, in ein frisches, helles Licht zu treten und das, betont Schmid, sind sie wert!
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