Aus dem Englischen von Harry Rowohlt. Der absonderliche Wissenschaftler de Selby erfindet eine Substanz zur Zerstörung allen organischen Lebens. De Selby ist durchaus bereit, von seiner Erfindung Gebrauch zu machen, begnügt sich allerdings vorerst damit, innerhalb einer Woche uralten Malt-Whiskey zu destillieren und, mit Hilfe eines mysteriösen Luftkompressionsverfahrens, in einer Unterwasserhöhle der Dublin-Bay bekannte biblische Gestalten oder frühchristliche Kirchenväter wie den Hl. Augustinus zu beschwören und in theologische Diskussionen zu verwickeln. Außerdem tritt in diesem Buch James Joyce auf, und zwar als ältlicher Pub-Wirt, der empört bestreitet, jemals ein Machwerk wie Finnegans Wake geschrieben zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 11.12.2003
An diesem Roman aus dem Jahr 1964 lässt Stephan Maus kaum ein gutes Haar. Die Geschichte, in der der Beamte Saughnessy und der Juwelier Hackett die Welt vor dem verrückten Professor De Selby retten wollen, der mit einer Zeitmaschine die Erde zerstören will, klinge zusammengefasst ja "recht lustig", räumt der Rezensent ein. Auch das Personal des Romans, in dem etwa James Joyce als Double des Professors auftritt, findet er durchaus gelungen. Doch dann macht Maus seinem ganzen Unmut Luft: das Vorhaben des irischen Autors Flann O'Brians, sich über die stilistischen Marotten von James Joyce und anderen Schriftstellern lustig zu machen, mündet für ihn nur in "lahmen Spott" und er findet, dass das Buch insgesamt ein "knarzender Stapellauf von akademischen Insiderscherzchen" geworden ist. Maus stellt daher fest, dass O'Brien, der unter Kennern gern gegen James Joyce ausgespielt wird, in diesem Roman schreibt "wie Joyce in seinen bescheuertsten Momenten".
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