Florian Lamprecht

Darf der Staat foltern, um Leben zu retten?

Folter im Rechtsstaat zwischen Recht und Moral
Cover: Darf der Staat foltern, um Leben zu retten?
Mentis Verlag, Paderborn 2009
ISBN 9783897855663
Kartoniert, 298 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

"Darf der Staat foltern, um Leben zu retten?" - Diese in Deutschland zuletzt ausschließlich im Rahmen fiktiver Szenarien gestellte Frage hat spätestens seit dem Urteil im Prozess gegen den ehemaligen Frankfurter Polizeivizepräsidenten Daschner im Jahre 2004 ihren hypothetischen Charakter verloren und steht seitdem im Mittelpunkt einer politischen und wissenschaftlichen Debatte zur so genannten "Rettungsfolter". Ausgehend von der Beobachtung, dass sich der Streit um die Zulässigkeit polizeilich-präventiver Folterhandlungen zur Lebensrettung vorrangig in den normativen Kategorien des Rechts und der Moral rekonstruieren lässt, stellt diese Monographie einen interdisziplinären Beitrag zur Stärkung des absoluten Folterverbots dar. Auf der Grundlage einer rechtsphilosophischen Verhältnisbestimmung rechtlicher und moralischer Normen werden dabei verschiedene argumentative Wege aufgezeigt, wie das Dilemma staatlicher Folterhandlungen zur Lebensrettung aus juristischer und ethischer Perspektive aufgelöst werden kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2009

Politisch korrekt erscheint Michael Pawlik durchaus, was der Theologe Florian Lamprecht zum Thema Folter zu sagen hat. Pawlik macht allerdings deutlich, dass politische Korrektheit allein nicht ausreicht, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Besser als Lamprechts  Eintreten für ein totales Folterverbot gefiele dem Rezensenten eine Argumentation, die über den Luhmannschen Sinn für das Tragische der Entscheidungslage (Folter oder keine Folter?) verfügte. Wenn Lamprecht die Folterdiskussion mittels der scholastischen Lehre von der Doppelwirkung beendet, staunt Pawlik über die Schwäche der Argumentation. Das im Buch zutage tretende Würdeverständnis erscheint ihm einfach zu gut, um wahr beziehungsweise der Sachlage dienlich zu sein.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…