Sein Leben lang hat Ernst Forsthoff sich als heroischen Realisten dargestellt. Geprägt vom jungkonservativen Widerstand gegen die Weimarer Republik, im Einflußfeld Carl Schmitts und Ernst Jüngers sozialisiert und durch sein kurzzeitiges Eintreten für den "totalen Staat" Hitlers lebenslang belastet, wurde Forsthoff später zu einem der bedeutendsten deutschen Juristen und Staatsdenker des 20. Jahrhunderts. Florian Meinels werkgeschichtliche Untersuchung fragt nach verborgenen Bedeutungsschichten: Nach den geistigen Einflüssen, die in diesem Werk wirksam gewesen sind, nach den rechtsphilosophischen und politischen Überzeugungen, die es tragen, nach der Auffassung vom Ethos des Juristen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2012
Florian Meinels ehrgeiziges Projekt einer umfassenden Werkbiografie des Staats- und Verwaltungsrechtlers Ernst Forsthoff findet Katja Gelinskys Beifall. Schon wegen des erstmaligen Zugangs zum Nachlass Forsthoffs und des ausgiebigen Quellenstudiums des Autors ist diese Studie etwas Besonderes, betont die Rezensentin, die allerdings zugeben muss, dass grundsätzlich Neues hierbei nicht ans Tageslicht gekommen ist. Umso fesselnder findet sie deshalb die Analyse von Forsthoffs Rolle als Verwaltungsrechtswissenschaftler in der Nachkriegszeit, in der er sich mit seiner Vorstellung von der "Leistungsverwaltung" einen Namen machte. Unter der Feder des von grundsätzlicher Bewunderung getragenen Meinels für seinen Protagonisten wird der an sich spröde Stoff lebendig, lobt die Rezensentin. Überhaupt nötigt es ihr großen Respekt ab, wie umfassend der Autor Forsthoffs Arbeit in ihrem historischen Kontext in den Blick nimmt und damit zugleich einen kenntnisreichen und sehr erhellenden Blick auf die "Verfassungs- und Ideengeschichte" des vergangenen Jahrhunderts wirft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.09.2011
Der Politikwissenschaftler Jens Hacke stellt eingehend die Dissertation von Florian Meinel über den Juristen und Staatstheoretiker Ernst Forsthoff vor und lobt sie nachdrücklich als erhellende und beeindruckende Werkbiografie. Der Rezensent zeichnet die darin dargestellte Entwicklung Forsthoffs nach, der sich vom Naziideologen über eine stille Entfremdung bei "steiler" Universitätskarriere bis zum bundesrepublikanischen Staatstheoretiker wandelte, der dem modernen Staat alle normativen oder ethischen Funktionen absprach, erfahren wir. Sehr transparent sieht der eingenommene Hacke herausgearbeitet, wie Forsthoffs "Totalverzicht auf Ethik" in die geistige "Sackgasse" gerät.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2011
Zum Glück lässt das Buch andere Meinungen als die seines Autors zu, die des Rezensenten etwa, der den Carl-Schmitt-Schüler Ernst Forsthoff nicht gar so konservativ finden kann (wie seinen Lehrer), ihn eher in der Tradition einer bürgerlich-liberalen Rechtskultur sieht. Stefan Breuer kann das anhand der in der Monografie von Florian Meinel aufgeführten Lebens- und Wirkensstationen und der Arbeiten Forsthoffs erkennen, die der Autor kontextuell und bis in den Nachlass hinein vorstellt. Neben dem gut erörterten Werk hätte Breuer zwar gern Näheres über Forsthoffs Beziehungsgeflecht erfahren (zu den Jungkonservativen zum Beispiel), insgesamt aber überzeugt ihn die souveräne Darstellung dieses bedeutenden Juristenlebens.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…