Liang Zhiping

Rechtsherrschaft und Tugendherrschaft

Beobachtungen zur chinesischen Rechtsmodernisierung
Cover: Rechtsherrschaft und Tugendherrschaft
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783593518992
Kartoniert, 322 Seiten, 30,00 EUR

Klappentext

Aus dem Chinesischen von Blandina Brösicke. Was zeichnet den sozialistischen Rechtsstaat chinesischer Prägung aus? Warum verbindet die Kommunistische Partei Rechtsherrschaft mit dem Konzept der Tugendherrschaft? Sind Anleihen an die Tradition des Konfuzianismus nur einem vordergründigen Bemühen der Partei um Legitimität geschuldet oder gehören sie zu den wesentlichen Inhalten der chinesischen Rechtsmodernisierung? Dieses Buch bewertet die chinesische Rechtsentwicklung nicht anhand von Maßstäben liberaler Rechtsstaatlichkeit, sondern untersucht die chinesische Realität eines der Parteiführung unterworfenen Rechtssystems aus der Innenperspektive. Liangs Ausgangspunkt sind dabei die innere Logik gesellschaftlicher Entwicklung sowie die Perspektiven der chinesischen Akteure. Diesem Ansatz folgend, der sowohl die chinesische Rechtskultur wie auch die Parteiideologie als Grundlagen des Rechts ernst nimmt, erläutert der Autor an konkreten Beispielen die Rolle des Rechts in der chinesischen Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2024

Rezensent Daniel Damler holt sich beim chinesischen Rechtswissenschaftler Liang Zhiping Anregungen für ein sinnvolles Rechtssystem. Ausgerechnet, möchte man einwerfen, doch Damler lobt den alles andere als nostalgischen kritischen Blick des Autors auf die sozialistische Rechtsherrschaft, die Offenheit der Gedanken und Zhipings Empfinden für die Funktion des Rechts im Gemeinwesen. In der im Buch dargestellten Kontroverse zwischen der konfuzianischen und der legistischen Denkschule erkennt Damler sogar Parallelen zu den Debatten der deutschen Rechtswissenschaft im 19. Jahrhundert. Wie komplex die Beziehung der beiden chinesischen Traditionen zueinander ist, vermag der Autor dem Rezensenten zu vermitteln und auch inwieweit beide heute noch nachwirken. Ob sich mit ihnen Schlüsse und Lehren für unsere Rechtsordnung ziehen lassen, das gilt es zu überdenken, findet Damler. Das Buch schärft schon mal den Sinn für die Vielfalt an Normen und Rechtsvorstellungen, glaubt er.

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