Jean-François Kervégan

Was tun mit Carl Schmitt?

Cover: Was tun mit Carl Schmitt?
Mohr Siebeck Verlag, Tübingen 2019
ISBN 9783161564208
Kartoniert, 367 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Bernd Schwibs. Jean-François Kervégans langjährige Auseinandersetzung mit dem Werk Carl Schmitts verfolgt ein doppeltes, ein didaktisches sowie ein begriffliches Ziel. Der erste Teil des Buches enthält wichtige Angaben zur Lebens- und zur Werkgeschichte, die die komplizierte und polemische Rezeption seiner Schriften erklären können. Der zweite Teil des Buchs enthält den Versuch, mit Bezug auf fünf distinkte begriffliche Felder (Theologie, Normativität, Legitimität, Politik, Welt) die Richtigkeit und Fruchtbarkeit des Schmittschen Denkens zu prüfen. Es geht sozusagen darum, "mit Carl Schmitt gegen Carl Schmitt" zu denken. Der Zweck dieser Überlegungen besteht darin, in Bezug auf die genannten Gegenstände zu zeigen, dass es sich empfiehlt, im doppelten Sinn der Redewendung "von Carl Schmitt auszugehen". Das heißt: Solange es fruchtbar scheint, sollte man sich seine Begrifflichkeit frei aneignen. Ansonsten aber von ihr Abschied nehmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2019

Der hier rezensierende Politikwissenschaftler Florian Meinel hat dieses Buch des französischen Philosophen Jean-Francois Kervegan mit Interesse gelesen. Der Ansatz der Autors, das Spannungsverhältnis in der Kategorienwelt Carl Schmitts zu untersuchen, erscheint Meinel zwar nicht neu, aber dennoch lesenswert: Wenn Kervegan Schmitts Werk daraufhin untersucht, wie jener zwar "großartige" Fragen stellte, aber falsche Antworten fand, taucht der Kritiker nicht nur tief in die Denkwelt Schmitts ein, sondern bewundert auch Kervegans Kenntnis noch so entlegener Texte. Während Meinel jene Kapitel, in denen sich Kervegan mit der "immanenten Kritik" in Schmitts Texten zur politischen Theologie und zum Anti-Universalismus beschäftigt, mit Gewinn liest, gerät ihm anderes zu kurz oder zu repetitiv. Während er dem Autor darüber hinaus ankreidet, dass dieser kaum auf Schmitts Texte aus den Jahren 1933 bis 1936 eingeht, verdankt er dem Buch interessante Einblicke in die französische Schmitt-Rezeption.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…