Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.05.2005
Gottfried Oy beschränkt sich im Wesentlichen auf eine Wiedergabe dessen, was den Leser von "Fluchtlinien des Exils" erwartet. Unter anderem ist das die Antwort auf die Frage, warum Walter Benjamin am Ende Theodor W. Adorno in seinen Briefen nicht mehr zu widersprechen wagte - er war nämlich materiell abhängig von dem wirtschaftlich ziemlich Gesicherten, wie der französische Historiker Enzo Traverso nachweist. Michael Koltan, Publizist, zeichnet, für Oys Geschmack etwas zu Fan-artig, das "Exile On Main Street" der Rolling Stones nach, also die Entstehung der gleichnamigen Platte auf der Flucht vor Steuer- und Drogenbehörden. Jörg Später befasst sich mit einer rund 100 Köpfe zählenden sozialdemokratischen Politikerdiaspora in London während der Nazizeit. In die Gegenwart und die harte Welt des ökonomischen Nord-Süd-Gefälles, das tagtäglich seine Opfer fordert, in dessen "strukturelle Gewalt", führt dann Encarnacion Gutierrez Rodriguez.
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