Aus dem Amerikanischen von Ursula-Maria Mössner. Mit Fotografien von Gabriele Seethaler. Die Philosophen Theodor W. Adorno und Walter Benjamin, der Religionshistoriker Gershom Scholem, der Komponist Arnold Schönberg: vier große jüdische Denker des 20. Jahrhunderts, vier Wege jüdischen Selbstverständnisses und vier Lebensgeschichten durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts, in denen sich als fünfter Weg auch die Biografie von Carl Djerassi selbst spiegelt. Djerassi lässt diese vier Männer in Dialogen unmittelbar zu Wort kommen. So führt er die Leser ein in ihre Gedankengebäude und lotet aus, welche Bandbreite die Bedeutung des Wortes "Jude", in Hinblick auf Herkunft wie auf Religion oder Politik, abdecken kann. Zugleich erlaubt Djerassi auf der Basis fundierter Recherche aber auch völlig neue Einblicke in die privaten Lebensbereiche von Benjamin, Adorno, Scholem und Schönberg und lässt sie über Freundschaften und Frauenbeziehungen, über Sexualität und Pornographie erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.04.2008
Bemerkenswert scheint Rezensent Karl-Markus Gauß dieses Buch des Naturwissenschaftlers und Erfinders der Antibabypille, Carl Djerassi, der seit einiger Zeit auch mit literarischen Werken aufwaretet. Dabei geht der Autor und Klee-Liebhaber seines Erachtens recht orginell vor, wenn er in vorliegendem Buch Adorno, Benjamin, Scholem und Schönberg zusammenführt, um sie über die Bedeutung des Jüdischseins disputieren zu lassen. Besonders interessant findet Gauß die Diskussion über Paul Klees Bild "Angelus Novus", in der der Autor, durch Schönberg sprechend, eine Neudeutung dieses Kunstwerks gibt, die ihm auf dem ersten Blick "befremdlich", dann aber sehr "bedenkenswert" anmutet. Er bescheinigt Djerassi umfangreiche, seine Spekulationen unterfütternde Recherchen in Archiven und Bibliotheken. Sein Fazit: "ein anregendes, in der Dialogführung zuweilen papierenes Spiel der Möglichkeiten, an dem die Dogmatiker unter den Adepten der vier Genies manches auszusetzen haben werden."
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