Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2001
Ein Standardwerk zwischen "Kindler" und "Ritter" wird Volpis "Großes Werklexikon der Philosophie" schon werden. Dies traut ihm zumindest Michael Hampe in seiner Rezension zu. Er findet die meisten Einträge fundiert, gut lesbar und mit einer sehr aktuellen Bibliografie ausgestattet. Als gelungen betrachtet er auch das innovative Konzept des Lexikon, das erstmalig nicht Philosophen oder Begriffe behandelt, sondern Werke einzelner Philosophen vorstellt. Natürlich wäre der Rezensent kein ordentlicher Kritiker, wenn er bei einem solch groß angelegten Projekt, wie er selbst fast schon entschuldigend hinzufügt, nicht auch auf unvermeidliche Schwachstellen verweisen könnte. Das Fehlen der Werke unter anderem von John Maynard Keynes behagt ihm gar nicht. Der Platz, der Peter Sloterdijk gegenüber Piaget eingeräumt wird, ist für sein Empfinden übertrieben. Den Ausführungen zu einem Werk Simmels weist er einen groben Fehler nach. Allgemein stellt er kritisch fest, dass "die analytische Philosophie von Volpi eher stiefmütterlich behandelt worden ist". Dennoch empfiehlt er das Werk nicht zuletzt dem Studierenden als erste Orientierung bei bekannten Autoren. Für den Wissenschaftler hat es "bei nicht so bekannten Gestalten ebenfalls noch etwas zu bieten". Verdient hat es sich somit schon den Platz zwischen "Kindler" und "Ritter.
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