Wie gelingt es den modernen Gesellschaften, trotz starker Kräfte der Auflösung nicht auseinanderzubrechen? Wie bringen sie sogar eine facettenreiche Blüte zustande? Dieser Essay erörtert beide Seiten, sowohl die fraglos gegebenen Kräfte des Zerfalls als auch jene offensichtlich stärkeren Gegenkräfte, die diese Wirklichkeit hervorbringen: ein nicht bloß wirtschaftliches, sondern auch wissenschaftliches, technisches und kulturelles, selbst gesellschaftliches und politisches Wohlergehen befördern. En passant widerspricht er dabei den heute beliebteren Untergangsszenarien.
Rezensentin Christina Janssen gefällt der Optimismus des Philosophen Otfried Höffe. Wie der Autor in seinem Essay gegen die allenthalben beschworene Krise der Demokratie argumentiert, indem er dem Verlust von "Bindekräften" wie Religion oder Sitte neue Klebstoffe wie Vernunft, Rechtsstaatlichkeit, kulturellen Reichtum und Wohlstand gegenüberstellt, findet Janssen weitgehend überzeugend und belebend. Mit Hinweisen wie dem auf die Solidarität während der vergangenen Flutkatastrophe nimmt der Autor die Rezensentin mit. Janssen entdeckt viele kluge, fein formulierte Gedanken, wenn Höffe gesellschaftliche Modernisierungsprozesse und die Legitimation von Herrschaft untersucht. Manches im Buch ist hinterfragenswert, meint sie, aber deswegen nicht weniger spannend.
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