Das 20. Jahrhundert ist durch die rasante Expansion der Massenmedien gekennzeichnet. Welche Folgen hatte dies für die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen? Einerseits scheinen die Medien jene Demokratisierung gefördert zu haben, die sich zumindest in der westlichen Welt langfristig durchgesetzt hat. Andererseits haben sie dazu beigetragen, Demokratisierungsprozesse zu unterlaufen. Im vorliegenden Band wird an zahlreichen Beispielen untersucht, inwieweit entsprechende Ambivalenzen in den jeweiligen Medienformaten bereits angelegt waren. Die "Medien" werden dabei von den Autoren als ein integraler Bestandteil der Gesellschaftsgeschichte betrachtet.
Mit Interesse hat Ernst Elitz diesen von Norbert Frei und Frank Bösch herausgegebenen Sammelband gelesen, der nachzeichnet, wie sich im 20. Jahrhundert Medien und Gesellschaft gegenseitig "stimuliert" haben. Elitz betont, dass die Autoren in der Verzahnung politischer und medialer Prozesse nicht nur negativ begreifen, die Medien eben auch "Transparenz und Partizipation" in einer Demokratie sicherstellen. In dem historischen Abriss werden für Elitz zwei entscheidende Phase deutlich, in denen die gegenseitige Stimulierung einen enormen Schub erfahren haben. Zum einen die Jahrhundertwende von 19. zum 20. Jahrhundert, als die Illustrierte ihre Verbreitung fand (und Reichskanzler Hohenlohe-Schillingsfürst mit Dackel Fridolin posieren konnte); zum anderen die sechziger Jahre mit der Einführung des Fernsehens. Wichtig nennt Rezensent Elitz abschließend diesen Band und erhofft sich weitere Untersuchungen zum Thema.
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