Eine CD. Ungekürzte Lesung. Nach Iowa, ins Outback - oder zumindest an die Ostsee. Ein Mann kurz vor seinem fünfzigsten Geburtstag. Zwei Freunde, die sich seit vierzig Jahren kennen und streiten. Eine greise Saxophonspielerin mit Post aus der Vergangenheit, ein Hamster namens Edward Cullen und ein Trip ans Meer. Frank Goosens neuer Roman für alle, die einfach mal weg wollen: Nach Iowa, ins Outback oder zumindest an die Ostsee. Förster ist ein Schriftsteller, dem nichts mehr einfällt. Von seinem neuen Buch existiert schon seit langem nur der erste Satz. Seine Freundin treibt sich derweil auf den Äußeren Hebriden herum. Sein Nachbar Dreffke trägt auch mit siebzig noch knappe Badehosen, aber was er hustet, sieht nicht gut aus. Fränge und Brocki, die Förster seit der Schulzeit kennt, geht es auch nicht besser. Und dann ist da noch Finn, der wohlstandsverwahrloste Teenager. Sie alle müssen mal raus hier. Da trifft es sich gut, dass Försters verwirrte Nachbarin Frau Strobel, die betagte Saxophonistin, einen Brief aus der Vergangenheit erhält. In Fränges altem Bulli fahren sie alle sechs an die Ostsee, um dem Reunion-Konzert der Tanzkapelle Schmidt beizuwohnen. Vor allem aber, um sich - die eigene Vergangenheit im Gepäck - der Zukunft wie einer steifen Meeresbrise entgegenzustellen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.04.2016
Hannes Hintermeier rät ab von der Lektüre von Frank Goosens neuem Roman. Allerdings nur, um dem Leser die vom Autor höchstselbst eingelesene Hörfassung ans Herz zu legen. Da wird die handlungsarme, laut Rezensent jedoch "schrecklich sympathische" und aus "reminszierlichen Platzdeckchen" gehäkelte Geschichte um einen Schriftsteller in der Schaffenskrise vor Ruhrgebietskulisse erst zum Reißer, versichert Hintermeier. Goosens melancholische Stimme passt laut Rezensent prima zu Personal und Setting, ob Kneipe, Eisdiele, Auto, Supermarkt, Fensterbank. Nur Abgründe sollte eben keiner erwarten, meint Hintermeier.
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