Aus dem Norwegischen von Tanja Ohlsen. 8. November 2011: Die Nordstream Gasleitung von Russland nach Deutschland wird offiziell durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew eröffnet - trotz heftiger Proteste, vor allem von Dänemark, Schweden, Polen, Finnland und den baltischen Staaten, die ökologische und sicherheitspolitische Bedenken gegen den Pipelinebau vorbrachten. Inzwischen wird bereits an Nordstream 2 gebaut, wieder gegen die Bedenken der meisten betroffenen EU-Staaten.
Jens Høvsgaard deckt nach jahrelangen Recherchen auf, wie Putin und das russische Mutterunternehmen Gazprom mit Lobbygeldern in Milliardenhöhe alle Bedenken und Hindernisse aus dem Weg räumten, Spitzenpolitiker in allen Anrainerstaaten auf ihre Seite brachten und Kritiker durch lukrative Aufsichtsratsposten beschwichtigten.
Peter Sawicki erkennt die Schwächen in dem Buch des dänischen Investigativjournalisten Jens Hovsgaard. Die liegen für ihn in der Schmalheit der Quellen, mit denen der Autor unsaubere Praktiken beim Erlangen von Genehmigungen und Umwelt-Gutachten für die Nord-Stream-Pipeline nachweisen will. Zwar scheint ihm der Autor sehr genau über die Rolle seines Landes bei dem Projekt Bescheid zu wissen, doch allzu oft verharrt der Text seiner Meinung nach in bloßen Andeutungen. Lohnend findet er das Buch in Passagen, die Gerhard Schröder und seiner Lobbyarbeit für die Pipeline gewidmet sind. Insgesamt ein wichtiger Beitrag zur Diskussion, meint er abschließend.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.03.2019
Reinhard Veser fragt sich, warum Jens Hovsgaard in seiner Arbeit über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 so häufig abschweift, anstatt entschiedener seinem Gegenstand zu folgen. So erzählt der Autor zwar in Exkursen über den Giftanschlag auf Sergej Skripal, die Besoldung deutscher Altkanzler und die Machtübergabe zwischen Jelzin und Putin, verzichtet aber auf eine genaue Darstellung der ukrainisch-russische Gaskonflikte in den 2000er Jahren, wie Veser feststellt. An der klammen Aktenlage kann es laut Veser nicht liegen. Seinem Anspruch, die politische Dimension der Pipeline und ihre Durchsetzung mit zweifelhaften Methoden aufzuzeigen, wird der Autor laut Veser nur teilweise gerecht.
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