Franz Fühmann, Christa Wolf

Monsieur - wir finden uns wieder

Briefe 1968-1984
Cover: Monsieur - wir finden uns wieder
Aufbau Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783351039585
Gebunden, 200 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Angela Drescher. Erweiterte und durchgesehene Neuausgabe - mit bislang unveröffentlichtem Material und zahlreichen Abbildungen. Ein einzigartiges Zeugnis des Zusammenhalts kritischer Intellektueller in der DDR Im Herbst 1976 entsteht zwischen Christa Wolf und Franz Fühmann ein Briefwechsel, der vor allem durch die politischen Auseinandersetzungen, in die beide verwickelt sind, vorangetrieben wird. Er schreibt sarkastische Grußkarten und Telegramme, cholerische Fluch- und Wutbriefe, sie versucht, ihm in seiner Verzweiflung beizustehen, und teilt ihm ihre Befürchtungen mit. Auf diese Weise entfaltet sich eine Korrespondenz, die einen faszinierenden Eindruck vom Zusammengehörigkeitsgefühl der bedrängten Künstler vermittelt, das weit über eine Notgemeinschaft hinausgeht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.01.2022

Wärmstens empfiehlt Rezensentin Cornelia Geißler den bereits 1998 erschienenen, nun neu aufgelegten Briefwechsel von Christa Wolf und Franz Fühmann. Aus der Korrespondenz der eng befreundeten Schriftstellergrößen der DDR erfährt die Kritikerin, und das scheint ihr zu gefallen, wenig Privates, sondern viel über den jeweiligen Schaffensprozess der beiden und über die politische Situation der Literaturszene. So setzten sich die beiden etwa vehement gegen den Ausschluss von Autoren wie Stefan Heym oder Klaus Schlesinger aus dem Schriftstellerverband ein, liest Geißler. Lobend hebt sie außerdem vor, dass Herausgeberin Angela Drescher, langjährige Lektorin Wolfs, "umfangreiche Anmerkungen zu fast jedem Brief" liefere. Ein Briefwechsel, der wertvolle Einblicke in die Literaturgeschichte der DDR und in das Werk von Wolf und Fühmann bietet, so die Kritikerin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 15.01.2022

Rezensent Frank Meyer hat sichtlich Freude am Briefwechsel zwischen Christa Wolf und Franz Fühmann. Nicht nur entdeckt er die beiden Schriftsteller als "Einander-Lesende", als enttäuschte Sozialisten, die aber den Mut nicht verlieren, als unermüdlich für verfolgte Kollegen Eintretende. Meyer erlebt einen Fühmann, den er so bisher kaum kannte: Neben dem bitteren, der dem Schmerz des Scheiterns Worte verleiht, einen komischen, makabren und überschwänglichen Fühmann. Wolfs Trauerrede und Briefe der beiden an Honecker und Kulturfunktionäre der DDR enthält der Band als Schmankerl, teilt Meyer mit.

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