Franz-Josef Brüggemeier

Margaret Thatcher

Die eiserne Lady. Eine Biografie
Cover: Margaret Thatcher
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406837692
Gebunden, 368 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Margaret Thatcher (1925 - 2013) war eine der ersten Politikerinnen, die sich in einer von Männern dominierten Welt behauptete. Franz-Josef Brüggemeier zeichnet in dieser Biographie ein facettenreiches Bild von der Krämertochter, der es mit eisernem Willen und glücklichen Zufällen gelang, in das höchste Amt des Landes aufzusteigen und die als Vorkämpferin einer neoliberalen Wirtschaftspolitik in die Geschichte einging.Thatcher war eine Politikerin der Superlative: die erste Frau, die in einer der großen westlichen Demokratien eine Partei, die britischen Konservativen, anführte; die am längsten amtierende Premierministerin des 20. Jahrhunderts; und eine Politikerin, die mehr als andere ihr Land spaltete. Ihre marktwirtschaftlichen Reformen, ihre harte Haltung gegenüber den Gewerkschaften und ihre Entschlossenheit im Falklandkrieg brachten Margaret Thatcher den Titel "Eiserne Lady" ein. Was motivierte und befähigte diese willensstarke Frau, die Kompromisse ablehnte, aber auch sehr pragmatisch handelte, die klar analysierte, aber auch durch erstaunliche Vorurteile geprägt war und sich über viele Jahre an der Spitze ihres Landes behauptete? 

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.04.2026

Rezensent Dominic Johnson ist nicht wirklich zufrieden mit dieser ersten deutschsprachigen Biografie Margaret Thatchers. Der Autor Franz-Josef Brüggemeier unternimmt den Versuch, ganz klassisch Thatchers Leben und Wirken in ihre Zeit einzuordnen und zeichnet nach, wie eine Chemiestudentin aus dem Kleinbürgertum gegen viel vor allem Widerstand an die Spitze der britischen Politik gelangte, erfahren wir. Und sich dort zunächst durchaus schwer tat, später konsolidierte sie ihre Machtposition, verfügte dabei aber laut Brüggemeier keineswegs über eine gefestigte Ideologie. Johnson nimmt Brüggemeier die These, dass Thatchers Erfolg vor allem auf ihrer durchsetzungsfreudigen Persönlichkeit beruhte, nicht so ganz ab. Überhaupt registriert der Rezensent eine gewisse Distanz zwischen dem deutschen Autor und dem britischen Sujet. Insbesondere hätte Johnson sich dafür interessiert, welche Rolle Thatcher als - geliebte und gehasste - Projektionsfigur für die Menschen im Land spielte, davon liest er in diesem Buch nichts. Insofern wird Brüggemeier seinem Thema in Johnsons Augen nicht wirklich gerecht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2026

Ein Buch, das Margaret Thatcher in gewisser Weise entzaubert, hat Franz-Josef Brüggemeier laut Rezensentin Tatjana Heid geschrieben. Brüggemeier rekonstruiert Thatchers äußerst erfolgreiche, aber bis heute umstrittene politische Karriere, Erfolge wie etwa die Befriedung des Nordirland-Konflikts werden ebenso behandelt wie politische Niederlagen, wie etwa Thatchers Ablehnung des deutschen Einigungsprozesses. Brüggemeier stützt sich dabei auf ältere Veröffentlichungen und bereits bekannte Quellen, wenig erfährt man über Thatcher als Privatperson - es liegen, darauf weist Heid hin, schlicht wenig Zeugnisse vor, in denen sie über ihre eigenen Gefühle sprach. Das Fazit, zu dem Brüggemeier kommt: Thatcher hat politisch nicht allzu viele Spuren hinterlassen und auch keine Schule des Thatcherismus begründet, was andererseits auch heißt, dass sie auch nicht die dämonische "Hexe" war, als die sie ihre Gegner einst verdammt hatten. Heid hält sich mit Wertungen zurück, aber liest das alles mit Interesse.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2025

Rezensent Dietmar Süß, selbst Historiker, liest das Buch seines Freiburger Kollegen Franz-Josef Brüggemeier über Margaret Thatcher mit Gewinn: Ausgewogen und fair widmet er sich dem "Mythos Thatcher" und verknüpft Biografisches mit der Geschichte der britischen Politik. Besonders verdienstvoll ist es für Süß, dass Brüggemeier klar macht, dass es den "Thatcherismus" eigentlich gar nicht gabt: Thatchers Konservativismus war "vielschichtig", liest Süß, zum Beispiel lehnte sie Maßnahmen, wie die Verstaatlichung von Unternehmen ab, nicht alle in ihrer Partei waren damit einverstanden. Anstelle des Narrativs vom "Klassenkampf" setzte Thatcher auf die Idee individueller Freiheit und pochte im Falkland-Krieg auf die Vorstellung von "imperialer Größe im Kampf gegen die Tyrannei." Ein Buch, das das Verständnis des (gescheiterten) Neoliberalismus ermöglicht, schließt der überzeugte Kritiker. 

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