Olaf Sundermeyer

Gauland

Die Rache des alten Mannes
Cover: Gauland
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406727108
Kartoniert, 176 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Vom konservativen Gentleman zum rechten Scharfmacher - kann man so den politischen Weg von Alexander Gauland beschreiben, der die Bundesregierung vor sich hertreiben will? Was treibt ihn um? Was für politische Erfahrungen bringt er mit? Was ist dieser Mann für eine Persönlichkeit? Und warum flirtet er so vollkommen schamlos mit den Ultrarechten? Alexander Gauland pflügt die politische Landschaft in Deutschland um, indem er das rechte Lager hinter sich herzieht. Doch der Eindruck, er habe erst als alter Mann den Weg in die Politik gefunden, trügt. Jahrzehntelang war er Diener des Systems, das er heute bekämpft. Erst die Summe seiner Erfahrungen in Politik, Verwaltung und Medien hat die AfD zu einer Bewegungspartei und einer Herausforderung für die Demokratie werden lassen. Was sucht dieser bekennende Konservative und Englandliebhaber am rechten Rand? Und warum will er die CDU zerstören, der er fast 40 Jahre angehört hat? Olaf Sundermeyer bringt Licht in das Vorleben des AfD-Frontmanns und zeigt, wie bewusst und strategisch Gauland den Griff nach der Macht plant.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2018

"Anregend" findet Rezensentin Mariam Lau dieses kleine Büchleich über Alexander Gauland. Und überraschend. Dass Gauland früher - als er noch als respektabler Schwarz-Grüner galt - gelegentlich für die taz schrieb, war der ehemaligen taz-Redakteurin Lau neu. Oder dass er selbst ein Flüchtling war, der aus der DDR rübermachte, weil er dort nicht studieren durfte. Das er an schweren Depressionen leidet und ihm das Presseamt des Bundeskanzlers Brandt dennoch ein Beamtenleben ermöglichte. Wie er dann zu einem solchen Verächter der Bundesrepublik und der Demokratie mutieren konnte? Neid vielleicht, so Autor Sundermayer, weil er nicht ganz die Karriere machte, die ihm seiner Ansicht nach zustand? Oder weil er eben ein Opportunist und Zyniker ist? Lau ist mit beidem einverstanden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.09.2018

Rezensentin Sabine am Orde konnte die Biografie Gaulands, die der Journalist Olaf Sundermeyer verfasst hat, zwar "gut weglesen", etwas wirklich Neues hat das Buch für sie allerdings nichts bereitgehalten. Der Hauptgedanke, dass Gauland sich auf einem persönlichen Rachefeldzug gegen ein politisches System befinde, das ihn als CDU-Politiker nicht mehr wichtig genug nahm, war ihr nicht unbekannt. Am interessantesten fand sie deshalb vor allem einige einzelne Einschätzungen des Autors, wie zum Beispiel, dass Gauland als einer von wenigen Politikern den Osten wirklich verstanden habe.

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