Die Geschichte erzählt den letzten Lebensabschnitt einer schönen, starken Frau: Nonna. Ihr an Alzheimer erkrankter Mann hat sich vor einen Zug gestürzt. Nach dem Freitod zieht sich Nonna allein in die Provence zurück. Ein Briefkontakt mit dem Freund ihres Sohnes hilft ihr, diese Zeit zu bestehen. Mehr noch, die Verbindung der reifen Frau mit dem jungen Mann gerät zu einer Gratwanderung zwischen Freundschaft und Liebe. Dann aber erkrankt Nonna unheilbar an Krebs. Doch ist es kein Scheideweg. Das, was die beiden verbindet, und sie selbst nicht auszusprechen wagen, erweist sich als große Kraft. Ohne das Sterben zu verharmlosen, leuchtet im angekündigten Abschied das Eigentliche ihrer Verbindung und das Ziel einer langen religiösen Suche.
Rezensent Bernd Müllender kommt in seiner knappen Besprechung scheinbar gar nicht umhin, üppig aus Freddy Derwahls neuem Roman "Nonna stirbt" zu zitieren. So nachdenklich und zugleich glücklich stimmen ihn die zahlreichen hinreißenden Sentenzen, die er in dieser außergewöhnlichen "Melange aus Sterben und Glückseligkeit" entdeckt. Der Kritiker pendelt hier mit dem Autor zwischen dem belgischen Eupen und dem provencalischen Dorf Lourmarin, lauscht andächtig der titelgebenden Nonna, die das Sterben in ihrer Umgebung mit raunenden Kommentaren bedenkt und versichert, dass auch Atheisten bei all den "faszinierenden" Gedanken über Glauben und Zweifeln ins Staunen geraten werden.
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