Die Rothschilds zählen seit 200 Jahren zu den reichsten und angesehensten Familien der Welt. Mayer Amschel Rothschild (1744-1812), der Begründer der Rothschild-Dynastie, wirkte als Textilkleinhändler und Geldwechsler in Frankfurt, bis er sich durch geschickte Münzgeschäfte das Vertrauen eines der reichsten Fürsten verschaffte und als dessen Erbe eingesetzt wurde. Der Grundstein war gelegt, die Wirren der napoleonischen Zeit trugen zum Aufstieg vom Geldwechsler zum Bankenbesitzer bei. Seine Söhne gingen ins Ausland und begründeten Banken in London, Paris, Wien und Neapel. Als Bankiers der Kaiser und Könige, als Freunde und Helfer der großen Staatsmänner haben die Rothschilds entscheidenden Einfluss auf die Politik genommen, Kriege verhindert und Streitigkeiten beigelegt. Sie waren und sind bedeutende Philanthropen, Mäzene und Sammler, und einige von ihnen haben als Künstler oder Forscher Hervorragendes geleistet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2005
Bei der Erstauflage 1962 stieß diese Geschichte der Rothschild-Dynastie auf große Begeisterung beim Publikum, heute wirkt sie auf den "cei" zeichnenden Rezensenten "seltsam antiquiert". Einen reichen Anekdotenschatz mag er noch darin entdecken, viel mehr jedoch nicht Eine Erklärung liefert Morton selbst in seinem Vorwort, in dem er zu Protokoll gibt, dass er sich selbst letztlich als Romancier sehe. Dementsprechend schwelge er in den Geschichten, die sich um die Familie Rothschild ranken, wodurch er vielleicht die Mythologisierung voran treibe, dennoch aber nichts zum Verständnis der heutigen Familie beitrage, kritisiert der Rezensent. Was dafür wichtig wäre, nämlich die Tatsache, dass man sich kürzlich vom "dynastischen Prinzip" verabschiedet habe, was die Managementbelange angeht, wird von Morton in einen kleinen Einschub in Klammern verbannt.
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