Von einem, der auszog, ein Mann zu seinSein Vater stirbt, er heiratet. In Köln eröffnet seine bisher größte Fotoausstellung. Der Erzähler steht vor seinem künstlerischen Durchbruch. Mit seiner Frau bekommt er das erste Kind und wird depressiv. Sein Cousin trinkt sich zum Organversagen, sein bester Freund verschwindet im Meer. Er selbst schlägt seinen Kopf gegen die Wand, bis er ohnmächtig wird. Und dann? "Toxic Man" erzählt autofiktional davon, dem Terror der Mittelschicht zu entkommen. Sich zu erfinden, zu präsentieren und fast zu vernichten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.03.2023
Rezensent Ulrich Seidler folgt Frederic Schwilden wie auf Drogen. Egal, ob der Autor "breitbeinig" vom Austernschlürfen mit Promis berichtet, von Gelagen im Grill Royal, von den Reichen und Schönen, die er als Fotograf abgelichtet hat, von Ketamin und Alkoholexzessen oder vom Tod seines Vaters, eines alten, "toxischen" Patriarchen, Seidler klebt an Schwildens Worten. Dass dieser Bericht eines Selbstdarstellers nichts ausspart, vor allem nicht den eigenen Zynismus und die eigene Unreife, findet Seidler irgendwie niedlich.
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