Katholik der eine, Protestant der andere, der eine aus Süddeutschland, der andere aus dem Norden - zwei Repräsentanten derselben Generation in einem Gespräch mit offenem Ausgang. Edmund Stoiber und Friedrich Kabermann sind in einen Gedankenaustausch eingetreten: Hier suchen zwei Bürger nach den Ursachen der Entwicklungen, die uns im Alltag in Atem halten - bis hin zu den Fragen der Bioethik und Religion. Dabei wird deutlich, was am Anfang und am Ende jeder Politik steht und stehen muss: der Mensch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.01.2002
Die Qualität eines "Gesprächsbuchs" hängt immer von der Person des Gesprächpartners ab, behauptet Georg Paul Hefty. In diesem Fall stand oder saß Edmund Stoiber kein politischer Weggefährte, sondern ein Journalist gegenüber, der sich durch politischen Pessimismus und bildungsbürgerliche Weltkenntnis auszeichnet. Zumindest ist laut Hefty ein "echtes Zwiegespräch" zustande gekommen, im übrigen noch vor den Attentaten des 11. September und natürlich auch vor Stoibers Wahl zum Kanzlerkandidaten der CDU/CSU geführt - und deswegen - und wegen der Bildungshuberei - nur bedingt wahlkampftauglich, so der Rezensent. Er wundert sich beispielsweise über Stoibers "außenpolitische Untiefe", wenn dieser Europa nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme nicht mehr zum Westen zählt. Oder dass dem potentiellen Kanzler zum Thema Migrations- und Bevölkerungspolitik nichts einfällt. Schärfere Argumentation und weniger Gleichklang hätten dem Zwiegespräch gut getan, heißt das Fazit von Hefty.
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