Clemens Verenkotte

Das Ende der friedlichen Gesellschaft

Deutschlands Illusionen im globalen Krieg
Cover: Das Ende der friedlichen Gesellschaft
Droemer Knaur Verlag, München 2005
ISBN 9783426273647
Gebunden, 335 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Kriege zu führen ist offenkundig wieder erlaubt - doch wir verschließen fest die Augen. Das wird uns teuer zu stehen kommen. Irak-Krieg? Ohne uns. Islamistische Terroranschläge? Zum Glück woanders. Demnächst Iran? Auf keinen Fall! - Wie lange wollen wir noch so tun, als könnten wir uns aus dem globalen Krieg zwischen dem islamistischen Terror und der amerikanischen Weltmacht heraushalten? Clemens Verenkotte, Kenner der USA und des Nahen Ostens, analysiert Amerikas Machtpolitik, Europas Schwächen und deutsche Alleingänge.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.01.2006

Durchaus lesenwert findet Thomas Speckmann die essayistischen Reportagen des Washington-Korrespondenten und politischen Redakteurs Clemens Verenkotte. Ausgehend von der Frage, wie es mit der Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands angesichts einer globalen terroristischen Bedrohung stehe, falle Verenkottes Urteil skeptisch aus. "Die Welt ist unsicherer geworden", zitiert der Rezensent die Einschätzung des Autors, nicht zuletzt aufgrund eines "zunehmenden politischen Autismus im Weißen Haus". Speckmann geht d'accord, dass sich Deutschland nicht länger leisten kann, die sicherheitspolitischen Folgen der amerikanischen Politik im Nahen und Mittleren Osten zu ignorieren. Andererseits mutet es ihm als bittere Ironie an, dass Deutschland den USA im Irak zu Hilfe kommen muss, da bei einem Scheitern der Bush-Regierung in der radikal-islamistischen Welt sonst der Eindruck entsteht, terroristische Gewalt wie im Irak zahle sich aus. Allerdings will er Verrenkotte nicht folgen, wenn der den Europäern etwa gegenüber dem Iran nur ein hilfloses Agieren bescheinigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2005

Werner Link preist das Buch von Clemens Verenkotte, das sich mit einem möglichen Iran-Krieg, mit dem Irakkrieg und dessen Auswirkungen auf Deutschland befasst, als "journalistische Glanzleistung", auch wenn er den Titel angesichts des Inhalts etwas "irreführend" findet. Der Autor habe ein "sorgfältig recherchiertes" und dabei "gut lesbares Buch" vorgelegt, lobt der Rezensent, den es besonders freut, dass die stilistische "Eleganz" die "Zuverlässigkeit der Informationen", die Verenkotte gibt, keineswegs mindert. So gelinge es dem Autor, in den Hintergrund geratene Fakten wieder ans Licht zu holen und so "einige politische Argumente" als "hohl" zu entlarven, so der Rezensent angetan. Verenkotte kann beispielsweise zeigen, dass das Atomprogramm des Iran, das die gegenwärtige amerikanische Regierung so erbittert bekämpft, einst von der Ford-Regierung unterstützt wurde, stellt Link interessiert fest. Ihm sind einige Widersprüche in den Ausführungen des Autors aufgefallen, wie zum Beispiel dass Verenkotte in der Einleitung zwar vom "Ende der friedlichen Gesellschaft" schreibt, im Nachwort dagegen nach Möglichkeiten für ihre "Dauer" sucht. Dennoch gefällt ihm der Band alles in allem sehr gut und er preist, dass einige Ereignisse so "lebendig" beschrieben würden, als sei Verenkotte "selbst zugegen" gewesen.
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