Gelesen von Susanne Lothar und Udo Samel. Spieldauer: ca. 75 Minuten. Fritz Langs Privatleben zu erfassen, war kaum je möglich. Nur seine Filme sollten öffentlich diskutiert werden, die private Existenz habe die Allgemeinheit nicht zu interessieren. Unbekannt war deshalb auch Fritz Langs lebenslange Freundschaft mit seiner Jugendliebe Eleanor Rose. Über Jahre hinweg wechselten die beiden zeitweise beinahe täglich Briefe, auch zwischen Amerika und Europa. Der Briefwechsel setzt im November 1933 ein, wurde in den fünfziger Jahren vermutlich ausgesetzt und endete 1976, einige Monate vor Langs Tod. Die Briefe geben erstmals Einblicke in das Privatleben und die Persönlichkeit Fritz Langs, kommentieren aber auch Weltereignisse, Filme, Bücher und nicht zuletzt seine Filme.
Diese CD, die den Briefwechsel zwischen dem "Diktator und Lebemann" Fritz Lang und seiner Freundin Eleanor Rose - kürzlich von der Deutschen Kinemathek gefunden - in Form eines Hörbuches präsentiert, wirft für Konrad Heidkamp folgende Frage auf: "Wollen wir das alles wissen?" Und doch muss der Rezensent einräumen, dass der "Stilwille" und die "höflichen und doch unnahbaren Umgangsformen" des Filmmachers Lang ebenso wie der "leicht spöttische Ton" seiner Brieffreundin, dem Zuhörer zwar das Private des Meisters erschließt, Intimes jedoch nicht offen ausbreitet. Das sieht der Rezensent nicht als Verlust, sondern als Gewinn, denn was bleibt schon, "wenn man das Verdauungssystem kennt?" Die Sprecher Udo Samel und die "wunderbare" Susanne Lothar schaffen es, so resümiert Heidkamp weiter, die "beinahe unheimliche Authentizität" dieser kühl-liebevollen Distanzbeziehung zu vermitteln.
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